Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 3. Band (1859)
Entstehung
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Bild. Gneiſenau, ſagte er, wenn man das ſieht, dann kann man ſich beinahe nicht einmal mehr über den Sieg freuen, denn er koſtet gar zu viel Thränen und Blut. Wie die armen guten Menſchen da liegen in ihrer letzten Noth, und nicht einmal ein Grab haben, an dem ihre Mütter und Frauen weinen können. Der liebe Gott da droben wolle ſich ihrer armen Seelen erbarmen, und Diejenigen tröſten, welche um ſie weinen.

Er nahm ſeine Mütze ab, und mit derſelben ſich das Geſicht be⸗ ſchattend, betete er ein kurzes leiſes Gebet für die Ruhe der Geſtor⸗ benen. Dann ſetzte er mit einem raſchen Ruck die Mütze wieder auf.

Na, nun iſt das abgemacht, ſagte er, nun haben wir gebetet, und nun wollen wir uns mal umſehen nach dem verfluchten Bonaparte, der an all dem Elend und dem Blutvergießen und Morden Schuld iſt, und

Eben trabte der Pipenmeiſter dicht heran zu ſeinem General.

Na, was willſt Du, Chriſtian? fragte Blücher.

Die Morgenpfeife, ſagte Chriſtian Hennemann, ſeinem Herrn die brennende kurze Thonpfeife darreichend.

Blücher ſtreckte ſchon die Hand darnach aus, aber dann zog er ſie zurück, und warf einen Blick auf das grauſige, leichenbedeckte Schlachtfeld hinüber.

Nein, Pipenmeiſter, ſagte er feierlich, es ſchickt ſich nicht, hier zu rauchen. Man muß Ehrfurcht haben vor den Todten, aber halt' den Stummel nur immer bereit, und wenn wir zurückreiten, dann nehm' ich ihn. Aber nun ſcheer' Dich Deiner Wege, Pipenmeiſter, und mach', daß ich den Stummel nicht mehr ſehen kann, ſonſt na, mach' fort, Chriſtian!

Ne, ich bleib', ſagte der Pipenmeiſter gelaſſen, hab's der Gene⸗ ralin verſprochen, immer beim General zu bleiben, und übrigens wer⸗ den Sie mich doch bald brauchen, denn lange halten Sie's ja nu doch nicht aus ohne Stummel. Rufen Sie alſo, Excellenz, wenn's ſo weit iſt!

Er lenkte ſein Pferd einige Schritte rückwärts, und war ganz und Mühlbach, Napoleon. III. Bd. 33