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Ja, ja, Sie waren einer der Mitunterzeichner des Friedens von Campo Formio, rief Napoleon. Aber das war es nicht allein! Waren Sie es nicht, der mir damals im Namen des Kaiſers von Oeſterreich ſo prächtige Geſchenke darbringen wollte? Was war's doch gleich, was Sie mir anzubieten kamen?
Sire, ſagte der Graf verlegen, ich hatte Befehl, noch einmal zu wiederholen, was Graf Cobenzl ſchon vergeblich dem General Bona⸗ parte vorgeſchlagen. Ich hatte Befehl, dem General Bonaparte im Namen des Kaiſers ein Fürſtenthum in Deutſchland, einige Millionen baaren Geldes und einen Zug von ſechs Schimmeln anzubieten.
Ich ſchlug das Fürſtenthum in Deutſchland aus, weil ich dachte, daß man Fürſtenthümer entweder erben oder erobern, niemals aber ge⸗ ſchenkt nehmen muß, denn wer eine Schenkung annimmt, bleibt immer der moraliſche Vaſall des Geſchenkgebers. Ich ſchlug die Millionen aus, weil ich mich nicht wollte beſtechen laſſen, aber die ſchönen ſechs Schimmel nahm ich an, und mit dieſen ſechs Schimmeln, die mir der Kaiſer von Oeſterreich geſchenkt hatte, der ſich damals noch Kaiſer von Deutſchland nannte, hielt ich meinen Einzug in Deutſchland und kam nach Raſtatt.
Es war der erſte Triumphzug Ew. Majeſtät in Deutſchland, und Sie konnten wie Julius Cäſar ſagen: Ich kam, ſah und ſiegte!
Seitdem hat ſich Vieles geändert, ſagte der Kaiſer gedankenvoll; aus dem General Bonaparte ward der Kaiſer Napoleon, und dieſer that, was der General Bonaparte ſich geweigert hatte zu thun, er nahm von dem Kaiſer von Oeſterreich ein Geſchenk an, ein Geſchenk, das koſtbarer iſt als alle Fürſtenthümer und alle Millionen, denn es war ein ſchönes junges Weib, die Tochter des Kaiſers von Oeſterreich. Ach, General, Sie ſind mein Gefangener und ich ſollte Ihnen nicht die Freiheit geben, ſondern Sie nach Paris ſchicken, damit Sie dort das Glück genöſſen, der Kaiſerin von Frankreich, der Tochter meines Feindes, die Hand zu küſſen und zu ſehen, ob der kleine blondlockige König von Rom ſeinem Großvater, dem Kaiſer von Oeſterreich, gleicht. Aber nein, ich ſchenke Ihnen die Freiheit, ich mache Sie zu meinem Friedensunterhändler! Sie gehörten zu Denen, mit welchen ich im


