Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 3. Band (1859)
Entstehung
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Die beiden Fürſten ſtanden in der offenen Thür des Audienzzimmers und ſchauten dieſer ſeltſamen und unerwarteten Scene zu, Alexander lächelnd, ſichtbar erfreut wie es ſchien, Friedrich Wilhelm ernſt und mit einem kleinen Schatten auf der Stirn.

Ach, Sire, ſagte Alexander jetzt leiſe und raſch, mir ſcheint, man will da eine kleine Demonſtration zu Ehren Ihres Generals machen, und uns einen ſanften Fingerzeig geben, wen man ſich zum General der ſchleſiſchen Armee von Ihnen erbitten möchte.

In der That, es ſcheint ſo, ſagte Friedrich Wilhelm verſtimmt, aber ich liebe die Demonſtrationen nicht, und ſie wirken nicht auf mich.

Indeſſen wollen wir doch den Helden begrüßen, rief Alexander lächelnd, man muß doch ſehen, daß wir die allgemeine Sympathie theilen.

Er ſchritt raſch vorwärts hinein in den Saal; der König folgte ihm langſam und zögernd.

Willkommen, mein lieber General Blücher, ſagte Alexander, dem General ſeine Hand darreichend, während der König ihn blos mit einem Kopfneigen begrüßte. Sofort verſtummte das Geſchwirre und Ge⸗ räuſch, das ſonſt wie Wogengebrauſe den ganzen Saal erfüllte. Tiefe Stille trat ein, Jeder blieb wie an ſeinen Platz gebannt ſtehen, Aller Blicke waren mit geſpannter Erwartung, mit athemloſer Neugierde der Gruppe zugewandt, die da in der Mitte des Saales ſtand, Jeder war beſtrebt, ein Wort zu erhaſchen, einen Blick zu erlauſchen, um daraus ſeine Folgerungen und Schlüſſe zu ziehen.

Und inmitten dieſes allgemeinen Schweigens, dieſer athemloſen Stille, hörte man die ſanfte melodiſche Stimme Alexanders, welcher. zum zweiten Male ſagte: Willkommen, mein lieber General Blücher! Wirklich, ich bin erfreut, Sie zu begrüßen, und Sie nach ſo langer Zeit einmal wieder zu ſehen. Ich wußte in der That gar nicht, daß Sie hier in Breslau waren, ſonſt würde ich Sie ſchon aufgeſucht haben.

Das wäre ſehr gnädig und ſehr großmüthig, und daher ganz im Character Eurer Majeſtät geweſen, ſagte Blücher laut und feſt. Denn man weiß ja, daß Ew. Majeſtät niemals Diejenigen vergißt, die des Erinnerns werth ſind. Alle Patrioten haben es mit Dank und Enthu⸗ ſiasmus erfahren, daß Ew. Majeſtät gleich nach Ihrer Ankunft den