Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 3. Band (1859)
Entstehung
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ſobald ſie die Schwelle ihres Audienzzimmers überſchritten, waren ſie wieder der Kaiſer und der König, welche Audienzen ertheilten, und denen ſich Niemand unaufgefordert nahen durfte. Von dieſem Audienzzimmer führte eine andere, mit ſchweren Sammetvorhängen verhüllte Thür in ein anderes Zimmer, in welchem für die beiden Fürſten eine kleine Tafel mit den auserleſenſten kalten Speiſen, den köſtlichſten und ſel⸗ tenſten Weinen ſervirt war, und von dieſem kleinen Zimmer gelangte man in den großen Speiſeſaal, der wiederum durch ein anderes kleines Gemach mit dem großen Tanzſaal zuſammenhing. In dieſem Speiſe⸗ ſaal war die eine lange Wand von einem rieſigen Büffet einge⸗ nommen, auf dem ſich in coloſſalen Schüſſeln von Silber und Porcellan die ſchönſten Speiſen aufthürmten, und neben denen ſich ungeheure Cryſtalltonnen, gefüllt mit dampfendem Punſch oder duftendem Cardi⸗ nal, befanden. Den ganzen übrigen Raum des Saales nahmen eine Menge kleiner runder Tiſche ein, die ſervirt waren, und an denen Diejenigen ſich niederlaſſen konnten, welche bei Speiſe und Trank ſich ein wenig erholen wollten von den anſtrengenden Freuden des Feſtes.

Alexander und Friedrich Wilhelm hatten ſich ſeit einiger Zeit in das Audienzzimmer zurückgezogen, und hatten dort diejenigen Perſonen hinberufen laſſen, denen ſie heute die Gnade einer freundlichen Aus⸗ zeichnung wollten zu Theil werden laſſen. Da waren vor allen Dingen die Majore von Lützow und von Petersdorf, welche in das fürſtliche Audienzzimmer beſchieden worden, ſelbſt einige der Freiwilligen, unter ihnen der Baron La Motte Fouqué und Theodor Körner, waren der Ehre einer Audienz theilhaftig geworden, und Alexander hatte zu ihnen mit der liebenswürdigſten Begeiſterung von ſeiner Theilnahme für das heldenmüthige preußiſche Volk, von ſeiner Bewunderung für die Opfer⸗ bereitwilligkeit deſſelben geſprochen; dem Major von Lützow hatte er geſagt, daß, wenn er nicht zufällig Kaiſer von Rußland ſei, er es ſich nicht würde nehmen laſſen, als Freiwilliger in ſein Corps der Rache einzutreten, und Theodor Körner hatte er, zum Beweiſe, wie ſehr er ſeine Poeſien liebe, die beiden erſten Verſe von deſſen Gedicht:„Friſch auf, mein Volk, die Flammenzeichen rauchen“ declamirt.

Friedrich Wilhelm hatte ſich damit begnügt, Jedem ein freundliches