Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 3. Band (1859)
Entstehung
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ſtalt des Generals, angethan mit der Galla⸗Uniform, die Bruſt mit Orden geziert.

Gut, General, daß Sie kommen, rief die Generalin ihm entgegen⸗ eilend, und dem Freund die Hand darreichend. Sehen Sie nur den Starrkopf da, der nicht auf dem Ball erſcheinen will. Sagen Sie aber ſelbſt, General, muß er's nicht thun?

Gewiß muß er es, ſagte Scharnhorſt lächelnd, und ich bin eben gekommen, um mir einen Platz in Ihrem Wagen zu erbitten, und die Ehre zu haben, im Gefolge des Herrn und der Frau Generalin von Blücher auf dem Ball zu erſcheinen. Alſo, theurer General, alſo Toi⸗ lette gemacht! Es iſt die höchſte Zeit. Sogar die Majeſtäten ſind ſchon abgefahren.

Blücher ſchüttelte leiſe das Haupt, und ſchaute gedankenvoll vor ſich hin, dann hob er langſam den Blick empor zu Scharnhorſt, der lächelnd vor ihm ſtand. Scharnhorſt, ſagte er, es geht Alles ſchief, und ich wollt', ich wär' lieber todt, als daß ich das erleben muß!

Was denn, General? fragte Scharnhorſt. Was iſt denn geſchehen?

Blücher ſchaute ihn mit feſten, durchdringenden Blicken an, und ſchien auf dem Grund ſeiner Seele leſen zu wollen. Iſt's ſchon ent⸗ ſchieden? fragte er. Ich bitte Sie, Freund, ſagen Sie mir die Wahr⸗ heit rund heraus. Es iſt beſſer, ich erfahr's auf einmal, als daß ich noch länger dieſe Ungewißheit an meinem Herzen ſoll freſſen laſſen. Scharnhorſt, ich beſchwör' Sie, ſagen Sie mir die Wahrheit! Iſt der Ober⸗General für die ſchleſiſche Armee ſchon gewählt?

Nein, General, er iſt noch nicht gewählt, ſagte Scharnhorſt ernſt.

Und Sie wiſſen auch noch nicht, wen ſie wählen werden? Die Wahrheit, Freund, die Wahrheit!

Nun denn, die Wahrheit iſt, daß ich es nicht weiß, und daß die Majeſtäten es ſelber noch nicht wiſſen, obwohl es jedem Patrioten ſcheint, als könnten ſie gar nicht zweifelhaft ſein, wen von den drei Herren, die auf der Liſte ſtehen, man wählen müßte, und obwohl es in jedem Herzen wiedertönt:„der General Blücher iſt der Mann, den wir brauchen, und der uns zum Siege führen wird.“ Aber ſie ſchwan⸗ ken noch immer, der Kaiſer und der König, und über dem Schwanken