Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 2. Band (1859)
Entstehung
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teten inen edlen, ſchönen Feuer, und mit entſchloſſenen Schritten nignn in Anen trat ſie ein..

* jteudige Hingabe Hier werden die Trauringe umgetauſcht? fragte ſie. u ih wi

Ja, hier. 5 e und ftohlockend;

Sie zog mit einer raſchen Bewegung zwei Trauringe von ihrem uc ju, 6 fort, Car Finger und reichte ſie Herrn Werkmeiſter dar. den Soldaten, d

Nehmen Sie, ſagte ſie. Der eine Ring gehört mir, den andern

zog ich vom Finger meines lieben Mannes, als er eben geſtorben war.

Seitdem ſind zehn Jahr vergangen, ich hab' die beiden Ringe immer

getragen, und wenn ich auch oft in Noth und Verlegenheit war, nie⸗

mals konnte ich mich von meinem einzigen Schmuck und Schatz trennen.

Heute thue ich's mit Freuden! Geben Sie mir meine eiſernen Ringe!

Sie nahm die dargereichten Ringe und ſteckte ſe an ihren Finger.

Leben Sie wohl, mein Herr, ſagte ſie. Dieſe Ringe werden das Erb⸗

theil meiner Tochter ſein, und ich weiß, ſie wird ſich deſſen freuen!

Sie hatte noch nicht die Schwelle überſchritten, als abermals eine

Frau auf derſelben erſchien und dann wieder eine und noch eine und

immer andere folgten nach. Die Zeitungen, welche die Aufforderung

1 enthielten, waren jetzt allmälig in der ganzen Stadt geleſen worden,

und alle Frauem beeilten ſich ihr nachzukommen und ihre Trauringe niederzulegen auf den Altar des Vaterlandes.

1 Leonore ſtand wie gefeſſelt von der ſchönen und herzerquickenden Vider uus

4 Scene. Mit glückſtrahlenden Blicken ſchaute ſie die Frauen an, welche in ud Jubeln

Pit einem von ihrem Pathe der Thüt wich v Ehrfurht vrr di für das Vaterlan

Kanore gin und ſchaute den

Gold gab i ihre dunklen Au

Auch ich bi handes Pird Nur eine Kugel die Braut des Sterben!

kamen, mit freudigem Stolz für den goldenen Ring den eiſernen em⸗ ufgeſchrect. 6 4 pfingen, dieſe jungen Mädchen, welche erröthend und mit Thränen Ulls rief, jubel in den Augen, das erſte Liebespfand ihrer Verlobten dahin gaben für von Glüc, Ae das Vaterland, dieſe alten Mütterchen, die zitternd daher ſchwankten, Vas iſps um den abgetragenen Reifen, die letzte goldene Erinnerung an die gol⸗ Und hunde

denen Tage ihrer Jugend, gegen den eiſernen Ring umzutauſchen.*) nntt den Pruuße Thränen der Rührung floſſen aus Levnorens Augen nieder. Sie gericht hat ihn hätte alle dieſe Frauen an ihre Bruſt drücken, ſie hätte ihnen danken Hurh!

*) Schon an dem erſten Tage, als die Aufforderung erſchienen war, wur⸗

4 3) An1 den gegen zweihundert Trauringe gegen eiſerne umgetauſcht. Siehe Beitzke I. j n I7.

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