Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 2. Band (1859)
Entstehung
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der die Hälfte Meiner Unterthanen mir entriß, gab uns ſeine Seg⸗ nungen nicht, denn er ſchlug uns tiefere Wunden, als ſelbſt der Krieg. Das Mark des Landes ward ausgeſogen. Die Hauptfeſtungen blieben vom Feinde beſetzt, der Ackerbau ward gelähmt, ſo wie der ſonſt ſo hochgebrachte Kunſtfleiß unſerer Städte. Die Freiheit des Handels ward gehemmt und dadurch die Quelle des Erwerbes und des Wohl⸗ ſtandes verſtopft. Das Land ward ein Raub der Verarmung. Durch die ſtrengſte Erfüllung eingegangener Verbindlichkeiten hoffte Ich Meinem Volke Erleichterung zu bereiten, und den franzöſiſchen Kaiſer endlich zu überzengen, daß es ſein eigener Vortheil ſei, Preußen ſeine Unabhängigkeit zu laſſen. Aber Meine reinſten Abſichten wurden durch Uebermuth und Treuloſigkeit vereitelt, und nur zu deutlich ſahen wir, daß des Kaiſers Verträge mehr noch als ſeine Kriege uns langſam verderben mußten. Jetzt iſt der Augenblick gekommen, wo alle Täu⸗ ſchung aufhört. Brandenburger, Preußen, Schleſier, Pommern, Lit⸗ thauer! Ihr wißt, was Ihr ſeit ſieben Jahren erduldet habt, Ihr wißt, was Euer trauriges Loos iſt, wenn wir den beginnenden Kampf nicht ehrenvoll enden. Erinnert Euch an die Vorzeit, an den großen Kurfürſten, an den großen Friedrich. Bleibet eingedenk der Güter, die unſere Vorfahren blutig erkämpften: Gewiſſensfreiheit, Ehre, Un⸗ abhängigkeit, Handel, Kunſtfleiß und Wiſſenſchaft. Gedenkt des großen Beiſpiels unſerer mächtigen Verbündeten, gedenkt der Spanier und Portugieſen; ſelbſt kleinere Völker ſind für gleiche Güter gegen mäch⸗ tigere Feinde in den Kampf gezogen und haben den Sieg errungen. Erinnert Euch an die heldenmüthigen Schweizer und Niederländer. Große Opfer werden von allen Ständen gefordert werden, denn unſer Beginnen iſt groß, und nicht gering die Zahl und Mittel unſerer Feinde. Ihr werdet jene lieber bringen für das Vaterland, für Euren angebornen König, als für einen fremden Herrſcher, der ſo, wie viele Beiſpiele lehren, Eure Söhne und Eure letzten Kräfte Zwecken wid⸗ men würde, die Euch ganz fremd ſind. Vertrauen auf Gott, Muth, Ausdauer und der Beiſtand unſerer Bundesgenoſſen werden unſeren redlichen Anſtrengungen ſiegreichen Lohn gewähren. Aber welche Opfer auch gefordert werden, ſie wiegen die heiligen Güter nicht auf, für