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Briefchen, das ich da eben geſchrieben habe, überreichen. Leſen Sie es, und dann werde ich adreſſiren und ſiegeln.
Er reichte dem jungen Mann das Papier hin. Leſen Sie laut! ſagte er.
Der junge Mann las:„In einer oder einigen Stunden wird der Major von Natzmer bei Ew. Excellenz anlangen, um von Ew. Excellenz die Erlaubniß zu erhalten, ſich durch das ruſſiſche Lager hindurch zum General York begeben zu dürfen. Wenn Ew. Excellenz ihm das be⸗ willigen und ihn dahin gehen laſſen, ſo iſt Alles verloren und alle Hoffnungen der preußiſchen Patrioten ſind dann auf Einen Schlag vernichtet. Nur wenn York ſeinen für ihn begeiſterten Truppen als Chef verbleibt, wenn das ganze Volk und das ganze Armeecorps daraus die Hoffnung ſchöpfen darf, daß York im Einvernehmen mit ſeinem König handelte, nur dann läßt ſich auf eine nahe Aenderung unſerer Zuſtände hoffen. Das Schickſal und die Zukunft Preußens liegt ſomit in den Händen des edlen Generals von Witgenſtein.“
Jetzt leſen Sie den Brief noch zwei Mal leiſe für ſich ſelber, ſagte Hardenberg, damit Sie ihn Ihrem Gedächtniſſe einprägen. Denn auf den Fall, daß Sie durch irgend einen Zufall den Brief verlören oder man Ihnen denſelben entwendete, müſſen Sie Witgenſtein mündlich den Inhalt meines Briefes wiederholen.
Ich werde ihn nicht verlieren und Niemand wird ihn mir entwenden können, denn ich werde ihn auf meinem Herzen tragen. Ich habe weiter nichts zu thun, als dieſen Brief zu übergeben?
Sie haben dem General noch einige Worte zu ſagen, die ich nicht dem Papier, ſondern nur Ihrem Gedächtniß anzuvertrauen wage. Sie werden ihm ſagen:„Alles iſt vorbereitet, und die Zeit des Hinwartens und des Zauderns geht zu Ende. In einigen Tagen ſchon wird der König Berlin, wo er in Gefahr war, von den Franzoſen verhaftet zu werden, verlaſſen und ſich nach Breslau begeben. Von dort aus wird er einen Aufruf an ſein Volk erlaſſen und es zu den Waffen rufen.“ — Still, junger Mann, ſtill, keine frendigen Ausrufungen, keine Ent⸗ zückungen! Sie müſſen zu Pferde! Es iſt die höchſte Zeit! Hüten Sie ſich vor den Kugeln der Franzoſen und den Diebeshänden der


