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Ungewöhnlicheres iſt geſchehen. Der General von York hat mit dem ruſſiſchen General Diebitſch eine Convention abgeſchloſſen und einen Vertrag unterzeichnet, nach welchem die unter York ſtehenden Truppen ſich von Frankreich losſagen und ſich bis auf Weiteres für neutral erklären.
Das iſt nicht wahr! rief der König. Ein bloßes Gerücht! Eine Unmöglichkeit!
Majeſtät, es iſt reine Wahrheit! Ich ſelbſt habe die eigenhän⸗ digen Briefe geleſen, in welchen die Generäle York und Maſſenbach dem Marſchall Macdonald ihren gefaßten Beſchluß ankündigen und ſich von ſeinem Oberbefehl losſagen!
Der König faßte in heftiger Bewegung mit ſeinen beiden Händen nach ſeinem Kopf und drückte ſie an ſeine Schläfen.
Oh, rief er bewegt, ich hab' ein Gefühl, als ſollte mich der Schlag rühren.*) Das iſt unerhört, gegen alles Kriegsrecht, gegen die hei⸗ ligſten Geſetze! Es iſt offene Empörung, revolutionaires Auflehnen gegen ſeinen König und Kriegsherrn! Ein General, der es wagt, ein ſo furchtbares Verbrechen gegen die Disciplin zu begehen, muß vor ein Kriegsgericht geſtellt und zum Tode verurtheilt werden. Ich aber werde ihn nicht begnadigen!
Majeſtät, rief Hardenberg entſetzt, es iſt möglich, daß General York ein Verbrechen begangen hat gegen die Disciplin, aber ſeine That bleibt dennoch eine heldenkühne und großherzige, und kein preußiſcher Kriegsgerichtshof wird es wagen, ihn deshalb anzuklagen. Noch kennen wir nicht die dringenden Umſtände, welche den General zu dieſer Ent⸗ ſcheidung getrieben, noch wiſſen wir nicht, aus welchen Gefahren er vielleicht durch ſeine ſchnelle entſchloſſene That die preußiſche Armee gerettet hat.
Aber wir wiſſen, daß er ein unerhörtes Verbrechen gegen die Disciplin begangen hat!
Ein Verbrechen, durch das er vielleicht Preußen vom Untergang
*) Des Königs eigene Worte. Siehe: Droyſen, Yorks Leben. Thl. II. Seite 36.


