Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 4. Band (1859)
Entstehung
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Ach, rief er mit rauher, zürnender Stimme, wenn Sie nicht Mein wäre, würde ſie leben. Aber da ſie meine Frau iſt, ſtirbt ſie gewiß!*) Aber ich will ſie ſehen, ich muß ſie ſehen! So lange ſie lebt, gehört ſie noch mir, und ich will ſie haben und beſitzen!

Ich werde gehen, der Königin die Ankunft ihres Gemahls zu melden, ſagte Heim, und er eilte in das Krankenzimmer.

Einige Minuten vergingen, dann vernahm man drinnen in dem Krankenzimmer einen lauten, freudigen Schrei und die Stimme Louiſens rief: Mein Friedrich! Mein Geliebter, komm zu mir!

Der König ſtürzte vorwärts, nach dem Krankenzimmer hin, deſſen Thür Doctor Heim eben öffnete.

Da liegt die Königin auf ihrem Lager, bleich und ſchön, wie eine geknickte Lilie, aber ihre Augen leuchten wie Sterne, ihr Antlitz iſt wie verklärt in Glück und Wonne.

Mein Gemahl! Mein geliebter Freund!

Sie richtete ſich empor, ſie wollte dem König, der an ihrem Lager ſteht, die Arme entgegenſtrecken, aber ach, ſie vermochte es nicht.

Oh, flüſterte Louiſe ſchmerzvoll, ich bin Königin, aber meine Arme kann ich nicht bewegen!**)

Der König neigte ſich zu ihr nieder mit einer Heftigkeit und Gluth, wie ſie ihm ſonſt nicht eigen war, dann drückte er die Königin an ſich und bedeckte ihren Mund, ihr bleiches, geliebtes Angeſicht mit ſeinen Küſſen.

Louiſe lächelte und lehnte ihr Haupt an ſeine Schulter, und ſchaute ſelig zu ihm empor.

Du biſt da! Ich habe Dich wieder! Oh, ich habe Dich wieder! Aber wie geht's den Kindern, den geliebten Kindern? Biſt Du ganz allein gekommen?

Nein, ſagte der König, unſere beiden älteſten Söhne ſind mit mir hier.

Meine Söhne! Wo ſind ſie? rief die Königin. Laßt mich ſie ſehen, oh, ich bitte, laßt mich meine Söhne ſehen!

Heim eilt hinaus und kehrt zurück mit den Prinzen Friedrich und

Wilhelm.

*) Des Königs eigene Worte. Siehe: Königin Louiſch S. 379. **) Der Königin eigene Worte. Ebendaſelbſt S. 376.