Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 3. Band (1859)
Entstehung
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Conrad. Weshalb ſchwiegſt Du, als äch mit lauter Stimme das ver⸗ abredete Zeichen gab?

Ich konnte nicht hindurch kommen durch das Gedränge, ſagte Alfred düſter. Die Gensd'armen verſperrten mir den Weg, und es ſchien mir, als ob ſie mich beobachteten und umdrängten. Es war mir unmöglich, bis zu der bezeichneten Stelle vorzudringen. Ich hörte Dei⸗ nen Ruf, aber ich konnte ihn nicht erwiedern. Ich war zu fern.

Morgen alſo muß das Werk geſchehen, ſagte Conrad ernſt und traurig. Erinnere Dich, mein Bruder, daß der Befehl des Präſidenten lautete:In acht Tagen muß die That gethan ſein! Morgen iſt der achte Tag! Morgen muß die That gethan werden!

Ja, morgen müſſen wir die heilige Schmerzensſache des Vater⸗ landes entweihen durch eine Mörderthat, ſeufzte Alfred. Aber wir haben dem Bunde der Brüder Treue und Gehorſam gelobt bis in den Tod! Wir müſſen gehorchen!

Wir müſſen gehorchen oder ſterben! murmelte Conrad. Morgen iſt der achte Tag, morgen muß die That gethan werden! Kennſt Dr das Programm für den morgenden Tag?

Ja, mein Bruder! Der Kaiſer Napoleon hat gewünſcht, dem Kaiſer Alexander und den Königen und Fürſten das Schlachtfeld von Jena zu zeigen, und der Herzog von Weimar, der damals als preußi⸗ ſcher Bundesgenoſſe der Schlacht beigewohnt, hat in harmloſer Selbſt⸗ ironie auf dem Schlachtfeld von Jena für morgen eine Haſenjagd ver⸗ anſtaltet. Ein würdiges Erinnerungsfeſt für die Schlacht bei Jena.*)

Oh, Germania, Germania, wie Du leideſt und bluteſt! ſeufzte Conrad. Es iſt Zeit, daß wir Dir ein blutiges Opfer darbringen, damit Du wieder geſundeſt! Morgen alſo ſoll es geſchehen. Der Weg nach Jena führt durch das kleine Gehölz, der Webicht, dicht hier vor Weimar. Dort im Gehölz, an der Seite des Weges, ſtellen wir uns auf. Wir nehmen unſere Mousquetons. Eine der prallenden und ſpritzenden Kugeln wird ihn doch treffen. Wir ſchießen Beide zu gleicher Zeit!

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*) F. v. Müller: Erinnerungen aus den Kriegsjahren. S. 253.