Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 3. Band (1859)
Entstehung
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dem Continent unternehmen wollen.*) Dies Alles wollen wir nicht blos mündlich, ſondern ſchriftlich feſtſetzen. Werden Ew. Majeſtät vgn zufriedengeſtellt ſein?

Ich? Mein Gott, ich bin zufriedengeſtellt mit dem Wort Ew. Ma⸗ jeſtät, rief Alexander.

Nun denn, ſagte Napoleon mit einem feinen Lächeln, die Frage heißt alſo: wird auch Ihr Miniſter Romanzoff damit zufriedengeſtellt ſein?

Ganz gewiß wird er das, und ich werde ihm überdies befehlen, es zu ſein! Champagny und Romanzoff mögen den Tractat redigiren, wir haben dann nur nöthig, ihn zu unterzeichnen, und Alles wird ge⸗ than ſein. Unſere Freundſchaft iſt dann mit neuen Banden nur inniger und feſter verknüpft, und nichts auf der Welt ſoll dieſe beglückenden Bande löſen können.

Und was unſere übrigen Pläne anbetrifft, ſagte Napoleon, ſo wer⸗ den wir ſie nie aus den Augen verlieren, ſondern uns ihnen beſonnen und vorſichtig jeden Tag einen Schritt weiter annähern, bis wir zur Ausführung ſchreiten können. Es bleibt uns noch eine unendliche Zu⸗ kunft, um unſere Pläne in Bezug auf den Orient auszuführen und die Hand an denſelben zu legen. Romanzoff iſt alt und daher unge⸗ duldig, das zu genießen, was er wünſcht. Aber Sie ſind jung, Sie können warten!

Romanzoff iſt ein Ruſſe der vergangenen Zeit, ſagte Alexander lächelnd. Er hat Leidenſchaften und Neigungen, die ich nicht hahe. Ich lege mehr Werth darauf, mein Reich zu civiliſiren, als es zu ver⸗ größern. Ich wünſche daher die Donau⸗Provinzen mehr für Romanzoff und meine Nation, als für mich. Ich werde alſo auch geduldig warten können, bis unſere anderen Pläne ſich ausführen laſſen. Aber Sie, mein edler Freund, auch Sie ſollten jetzt in Ruhe und Behagen ſich dem Genuß der großen Dinge, die Sie vollendet haben, hingeben und Ihr koſtbares Haupt nicht mehr den Kugeln ausſetzen. Haben Sie nicht genug des Ruhms, genug der Macht? Alexander und Cäſar hatten nicht mehr Lorbeeren, als Sie! Genießen Sie, ſeien Sie

*) Thiers, Histoire du Consulat. Vol. IX. p. 250.

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