Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 3. Band (1859)
Entstehung
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wiede auf, jetzt ſchaut es ſchon ſuchend umher nach ſeinen Männern, ſeinen

403 iſt es erwacht, jetzt ſchlägt es immer gewiſſer, immer klarer die Augen

Helfern, und da muß ſein Auge zuerſt auf den Freiherrn von Stein ſondert fallen, da muß es fühlen, daß es vor Allen dieſes Mannes bedarf, t und es muß, da die Menſchen kein Mittel haben, ihm zur Geneſung zu verhelfen, die Hülfe vom Himmel ſelber für ihn herunter holen. Gott gebe, daß Sie ein guter Prophet ſind, ſeufzte Frau von ich Stein, daß Ihre Worte Aber horch, unterbrach ſie ſich ſelber, wie he laut und ſchmetternd da an der Hausklingel geſchellt wird. Das muß offenbar ein Fremder ſein, der nicht weiß, daß mein Gemahl krank iſt, denn kein Einheimiſcher würde mit ſo vielem Geräuſch ſich anmelden. Die Einwohner dieſer Stadt haben uns eine wahrhaft rührende Theil⸗ muf nahme bewieſen, jeden Morgen kommen ſie ſchaarenweiſe, ſich nach dem mer Befinden meines Mannes zu erkundigen, unaufgefordert und aus freiem nen Antrieb haben unſere Nachbarn vor unſerem Hauſe und die ganze Straße entlang Stroh aufgefahren, damit kein Geräuſch den theuren ötein Kranken erſchrecke, und

Eben öffnete ſich die Thür und der eintretende Diener meldete einen Fremden, der die Freiherrin von Stein in dringenden Angelegen⸗ heiten zu ſprechen wünſche. ha Mich? fragte die Freiherrin verwundert.

Er fragte eigentlich zuerſt nach dem Freiherrn von Stein, erwie⸗ t derte der Diener, und als ich ihm ſagte, daß dersgnädige Herr ſehr krank ſei, ſchrak er förmlich zuſammen und ſein Geſicht ward leichen⸗ war blaß. Dann aber bat er, ich möchte ihn der gnädigen Frau melden an und ſagen, er komme von weit her und habe wichtige Nachrichten zu rlie überbringen.

de Nehmen Sie ihn an, gnädige Frau, ſagte der Arzt, vielleicht ſind es gute Nachrichten, die unſerm theuren Kranken nützen können. Mir

aber erlauben Sie, mich zu beurlauben. Nein, mein lieber Doctor, Sie bleiben, ſagte die Freiherrin haſtig. Sie ſind der vertraute Freund meines Mannes und meiner Familie, und und dieſer Fremde kann mir nichts zu ſagen haben, das Sie nicht ſetzt hören könnten. Außerdem mag Ihr Rath und Ihr Beiſtand mir noth⸗