Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 2. Band (1859)
Entstehung
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digung für Ew. Majeſtät will der Kaiſer Napoleon Sachſen bewegen, Ihnen für Hildesheim auf dem rechten Ufer der Elbe ein Territorium abzutreten, das dem von Memel gleich ſei. Weſt⸗ Süd⸗ und Neu Oſtpreußen verlangt Napoleon für das neu zu erſtehende Königreich Polen, aber Pomerelien, den Diſtrict von Culm, Elbing und Marien⸗ werder ſollen Ew. Majeſtät behalten. Der Netzdiſtrict, ſowie der Kanal von Bromberg und Thorn werden Preußen genommen; Danzig mit einem Umfang und Gebiet von zwei Meilen ſoll eine freie ich glaube eine deutſche freie Reichsſtadt unter ſächſiſchem und preußiſchem Schutz werden. Rußland ſoll dem Kaiſer Napoleon die Inſel Corfu abtre ten.*) Dies iſt das Ultimatum Napoleons für Preußen, ſagte der Kaiſer hochathmend, indem er das Papier, nach welchem er die einzelnen Beſtimmungen vorgetragen, auf den Tiſch legte.

Dies, Königin, iſt das Ultimatum, das zu mildern und wo möglich abzuwenden Ew. Majeſtät hierher gekommen ſind! Was halten Sie von dieſem Ultimatum, Sire? wandte ſich Alexander an den König.

Ich halte davon, daß, wenn wir es nicht abwenden können, wir uns ihm fügen müſſen, ſagte der König dumpf vor ſich hin, daß wir aber, um es abzuwenden, jedes Mittel verſuchen müſſen. Denn wenn ich jenes Ultimatum unterſchreiben muß, ſo unterſchreibe ich damit den Untergang Preußens!

Die Königin hatte bleich, in höchſter Spannung, in athemloſer Erwartung dem Vortrag des Kaiſers zugehört, dann hatten ſich ihre Blicke mit einem forſchenden Ausdruck auf ihren Gemahl geheftet. Jetzt, bei ſeinen Worten voll Entmuthigung und Trauer, ſank ſie matt und wie gebrochen in den Divan zurück und ein paar Thränen rannen langſam über ihre Wangen nieder.

Ew. Majeſtät ſehen, wie nothwendig es war, daß Sie hierher kamen, ſagte Alerander, ſich an die Königin wendend, Sie haben hier eine große Aufgabe zu verfolgen. Sie allein können das Ultimatum abwenden und Preußen retten!

*) Dieſes Ultimatum Napoleons iſt wörtlich mitgetheilt in v. Schladens Tagebuch, S. 248.

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