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erlauben, zu Ihnen zu ſprechen. Mein ſchlichtes, deutſches Herz aber empört ſich in meiner Bruſt über das, was der Herr Napoleon einen Friedens⸗Vertrag zu nennen beliebt, und was, wie mir ſcheint, nur ein Vertrag mit der Entwürdigung, der Ehrloſigkeit und der Schmach ſein würde. Wäre ich an der Stelle der Herren von Zaſtrow und Luccheſini geweſen, ſo würde ich mir eher die rechte Hand haben ab ſchlagen, als mich durch irgend welche Gründe haben bewegen laſſen, die Feder zu nehmen, um ſolchen Schimpfvertrag zu unterz zeichnen, ſo würde ich lieber geſtorben ſein, als ſo mich auf Gnade und Ungnade zu unterwerfen. Ich weiß wohl, daß dieſe beiden Herren nur ſo ge⸗ handelt haben, weil ſie dadurch den König und ſein Land wenigſtens in ihrer Exiſtenz erretten und erhalten wollten. Aber wie wenig kennen ſie alsdann die Abſichten und Pläne unſers mächtigen Gegners, den nur der beharrlichſte Widerſtand zur Mäßigung beſtimmen kann und der, ſobald er nichts mehr fürchten muß, auch nichts mehr ſchont. Kaum würde, den Beſtimmungen jenes Friedensvertrags gemäß, der König ihm ſeine Feſtungen und ſeine ſchleſiſchen Provinzen übergeben und ausgeliefert haben, ſo würde Napoleon nach zehn Tagen den Frieden aufkündigen, und, da der König alsdann nicht mehr die Macht hätte, ihm Widerſtand entgegenzuſetzen, ſo wäre der Verluſt ſeines letzten und einzigen Beſitzthums die ganz natürliche Conſequenz. Und Napoleon würde es ſogar ſo einrichten können, daß er ſelber bei dieſem letzten Raub ganz unbetheiligt erſcheinen könnte, er würde die Aus⸗ führung dieſes Raubes andern Händen übertragen. Man weiß ja, welche Ausſicht er der Polendeputation in Berlin eröffnet, mit welchen Worten und Verſprechungen er ſie aufgeſtachelt hat. Jetzt verlangt er die Entfernung der Truppen aus Graudenz und deſſen ganzer Um⸗ gegend, alſo aus dem ganzen preußiſchen Polen. Das heißt, er will die Organiſation des Aufſtandes in Polen begünſtigen und ihr allen möglichen Vorſchub leiſten, ſo daß dieſe Provinzen mitten im ſtillſtand verloren gehen würden. Außerdem aber iſt Se. Majeſtät nicht im Stande, ax eine Verbindlichkeit für das Zuricgehen der ruſſiſchen Truppen zu übernehmen und die letzten Feſtungen würden alſp umſonſt geopfert werden. Ebenſo wenig aber liegt es in der Mühlbach, Napoleon. II. Bd. 14


