Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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von ihren Roſſen hernieder auf die verachteten Civiliſten, und der ſtolze 5 Siegermuth war in ihrer Bruſt erloſchen. Traurig und geſenkten Hauptes kamen ſie daher, ſchwer darnieder gebeugt, und doch ge⸗ zwungen, ihren Wuthſchrei und ihren Jammer hinunter zu wür⸗ gen. Ihre Uniform hing in Fetzen um ihre abgemagerten Geſtalten, und unter dem Schmutz und Koth, der ſie ganz und gar bedeckte, waren die Farben des Tuches und die goldgeränderten Aufſchäge verſchunden. Die glänzenden Reiterſtiefel mit den ſilbernen Sporen waren zerriſſen, ihrer Sporen beraubt, ſie fehlten an vielen Füßen ganz und waren, wie beim Prinzen Auguſt, durch Holzpantoffeln er⸗ ſetzt worden.

Aber trotz dieſes elenden und herzzerreißenden Aufzugs der preu⸗ ßiſchen Garde-Officiere, hatten das Volk und die Bürger doch kein Mitleid mit ihnen, und begleiteten den traurigen Zug mit Hohnlachen und Geſchrei.

Seht ſie nur an, die Herren Garde⸗Officiere, rief ein Bürger⸗ gardiſt, ſich dicht heran drängend an die Soldaten, ſeht nur die Herren Grafen hier. Wißt Ihr noch, wie ſtolz ſie ſonſt waren? Wie ſie uns auf Bällen, in den Weinſtuben und überall ſonſt immer ſo ſtolz über⸗ ſehen haben? Wie wir immer demüthig bei Seite treten mußten, um nicht von den Herren Garde⸗Officieren übergerannt zu werden? Jetzt rennen ſie Niemand mehr über!

Nein, hohnlachte und ſchrie die Menge, jetzt rennen ſie Niemand mehr über! Jetzt iſt's vorbei mit ihrer Herrlichkeit!

Und die Buben, die auf den Bäumen ſaßen, jubelten und krähten es nach: Jetzt rennen die Garde⸗Officiere Niemand mehr über! Jetzt iſt's vorbei mit ihrer Herrlichkeit!

Seht nur den Herrn Baron von Kempen da, rief ein anderer Bürgergardiſt. Seht, wie ihm die aufgeweichte Hutkrämpe über's Geſicht niederſinkt, als wär' er ein verſchämtes Mädchen, das ſich verſchleiern will. Sonſt ſchaute er immer ſo ſtolz und keck darein, und meinte immer, die ganze Welt gehöre ihm, und brauchte nur die Hand darnach auszuſtrecken, ſo bammelten ihm zehn Franzoſen an allen Fingern.