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Und jetzt, Talleyrand, will ich gehen, die Herren Polen zu be⸗ grüßen, ſagte er dann, indem er ſeinen Hut nahm und einige Schritte vorwärts that. Aber in dieſem Moment ſchien ſein Blick, wie zufällig, den Herrn von Müller zu gewahren, der neben Talleyrand ſtand.
Ah, ſagte er, ich vergaß den Geſandten der Herzogin von Wei⸗ mar. Nun, vielleicht wäre es ein Glück für Sie geweſen, wenn ich Sie vergeſſen hätte. Denn wenn ich mich Ihrer erinnere, muß ich des Uebermuthes und Trotzes dieſes kleinen Herzogs gedenken, der es gewagt hat, mir zu opponiren und meinem Willen in den Weg zu treten.
Sire, ſagte Herr von Müller, der Herzog glaubte, daß ſeine Ehre, ſeine Pflicht und ſein Rang ihm geböten, vor allen Dingen die militairiſche Treue nicht zu verleugnen. Er war durch langjährige Militairverträge mit Preußen verbunden, er hielt ſich daher auch dann noch an dieſe gebunden, als der König von Preußen zu des Her⸗ zogs tiefem, perſönlichem Schmerz in offene Feindſchaft gegen Frank⸗ reich trat.
Ah bah, Vetträge! rief Napoleon. Ich ſage Ihnen, Ihr Herzog hatte den Kopf verloren, als er mir zu opponiren wagte. Es iſt jetzt die beſte Zeit, ſeine Staaten im Nu zu verlieren. Sie haben eben geſehen, wie ich es mit dem Herzog von Braunſchweig gemacht habe. Keine Nachſicht mit denen, welche wider mich ſind und mir zu trotzen wagen! Ich will dieſe Wölfe in die Sümpfe Italiens zurückjagen, aus denen ſie hervorgegangen ſind.
Und indem er mit einer zornigen Bewegung ſeinen Hut zur Erde niederwarf, fuhr der Kaiſer mit donnernder Stimme fort: Wie dieſen Hut hier will ich ſie zertreten und vernichten, daß ihrer in Deutſchland
ſchluß wankend machen. Ohne irgend ein Nahrungsmittel zu ſich zu nehmen, ſtarb der Herzog nach langen qualvollen Leiden am 10. November 1807 zu Ottenſen. Erſt am 10. November 1819 ward ſeine Leiche von ſeinem Neffen und Nachfolger, dem Herzog Friedrich Wilhelm, nach Braunſchweig gebracht und dort in der Familiengruft beigeſetzt.


