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preußiſchen General nicht anſehen. Wenn alſo das Haus Braunſchweig das Erbe ſeiner Vorfahren jetzt verliert, ſo hat es das einzig und allein dem Urheber und Anſtifter zweier Kriege zuzuſchreiben, der in dem einen Kriege meine Hauptſtadt Paris zerſtören, in dem andern zweimalhunderttauſend Tapfere durch das Gebot, über den Rhein zu⸗ rückzukehren, entehren wollte*) Nach ſolchen Thatſachen kann der General Braunſchweig nicht erwarten, daß ich an ihm eine lächerliche und unverzeihliche Großmuth üben ſoll. Er hat ſein Schickſal in un⸗ bedachtſamem Uebermuth herausgefordert. Jetzt muß er tragen, was es ihm auferlegt! Sagen Sie das Ihrem Herrn! Entfernen Sie ſich!
Seufzend und mit Thränen in den Augen zog ſich der braun⸗ ſchweigiſche Geſandte zurück.**) Des Kaiſers düſterer Blick ruhte auf ihm, bis er verſchwunden war.
*) Napoleons eigene Worte. Siehe: Goujou: Bulletin XXVI.
Sobald Herr von Münchhauſen nach Braunſchweig zurückgekehrt, und dem unglücklichen Herzog das gänzliche Mißlingen ſeiner Sendung und die drohende Antwort Napoleons mitgetheilt hatte, verließ der ſchwer verwundete, ſterbende Greis ſeine Hauptſtadt und ſein Land, um nicht noch der Gefahr ausgeſetzt zu ſein, von den Franzoſen als Kriegsgefangener aufgehoben zu werden. Als er auf einer Sänfte, getragen von ſeinen treuen Dienern, ſein Schloß verließ, hörte man ihn leiſe wimmern: Quel honte! Ah quel honte! Und die Thränen rannen aus ſeinen erloſchenen Augen über die eingefallenen Wangen nieder. Ueber Zelle, Hamburg und Altona ließ ſich der Herzog von Braunſchweig nach Ottenſen, auf däniſches Gebiet tragen. Aber von dem Tage an, wo er das Schloß ſeiner Väter und ſein Land als Flüchtling hatte verlaſſen müſſen, nahm der Herzog keine Nahrung mehr zu ſich, er wollte das Leben nicht länger ertragen; der Hungertod ſollte ihn von demſelben erlöſen. Vergeblich beſchworen ihn ſeine Diener und ſein getreuer Leibarzt, dieſem un⸗ heilsvollen Vorſatz zu entſagen, der Herzog blieb ſtandhaft. Einmal nur ge⸗ lang es den dringenden Bitten ſeines Leibarztes, ihn zu bereden, eine Auſter zu eſſen. In ſeinen geſunden Tagen waren Auſtern eine Lieblingsſpeiſe des Herzogs geweſen, und auch jetzt erregten ſie ſeinen Appetit. Er gab alſo den Bitten ſeines Arztes nach und nahm die Auſter. Aber kaum hatte er ſie über ſeine Lippen gebracht, als er ſeine Schwäche bereute und der Entſchluß, Hun⸗ gers zu ſterben, wieder mit all ſeiner Kraft in ihm zurückkehrte. Er ſpie die Anſter von ſich und ſchrie:„Menſch, was thuſt Du? Du giebſt mir ja meine Augen zu eſſen.“ Von nun an fonnte nichts mehr ihn in ſeinem Ent⸗
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