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Jean ſchlüpfte hinaus, und Duroe ſchloß die Thür hinter ihm ab. Nun, Madame, ſagte er dann, ſprechen Sie! Wir ſind allein!
Die Dame riß den Schleier haſtig von ihrem Antlitz fort und ließ Duroe ihr ſchönes bleiches Geſicht ſehen, das von Thränen über⸗ fluthet war.
Fürſtin Hatzfeld? rief Duroc mit vollkommen gelungenem Ausdruck des Erſtaunens.
Ja, ich bin es, ſagte ſie mit fliegendem Athem und zitternden Lippen, ich komme zu Ihnen, um mir Ihre Hülfe zu erflehen. Sie müſſen mir beiſtehen, Sie dürfen mich nicht verlaſſen! Mein Gemahl iſt verhaftet. Man klagt ihn an, dem König heimlich Nachrichten über die franzöſiſche Armee mitgetheilt zu haben. Man beſchuldigt ihn der Spionage. Oh mein Gott, mein Gott, er wird ſterben, denn der Kaiſer will ſeinen Tod, er will uns Alle zu Boden ſchleudern und vernichten. Begreifen Sie, meinen Gemahl, ihn, den die Andern verdächtigen, weil er in ſeinem edlen Beſtreben, jedes Blutvergießen zu vermeiden, immer zur Geduld und Unterwerfung gemahnt hat, ihn beſchuldigt man jetzt des Verraths gegen den Kaiſer, ihn will man als Spion verurtheilen. Man hat den Fürſten von meiner Seite geriſſen, man hat ihn fortgeführt. Ich brach zuſammen vor Verzweiflung und Schmerz. Oh ich hoffte, ich wünſchte, daß es der Tod ſei, welcher mich zu Boden warf. Aber Gott hat nicht gewollt, daß ich ſterbe, er hat mir das Leben erhalten, damit ich verſuchen kann, meinen Gemahl zu retten! Der Arzt hat gewollt, daß ich auf meinem Lager bliebe, daß ich mich zur Ruhe zwinge. Duroc, wie kann ich ruhen, wenn mein Geliebter bedroht iſt? Ich habe mich aufgerafft von meinem Lager, denn wie ein Blitz durchzuckte mich auf einmal der Gevanke: Duroc wird mir helfen und beiſtehen, daß ich meinen Gemahl erretten kann! Und nun bin ich hier, und nun beſchwöre ich Sie, haben Sie Erbarmen mit der Verzweiflung einer Gattin, Erbarmen mit dem Kinde, das unter meinem Herzen ruht, und dem ich, wenn es geboren wird, doch ſeinen Vater, ſeinen Beſchützer geben muß. Duroc, helfen Sie mir, daß ich meinen Gemahl retten kann! Sie haben ein gütiges und großmüthiges Herz, der Kaiſer liebt Sie! Bitten Sie ihn um


