Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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wegs zu neuen Schmähartikeln inſpiriren, die er, kraft der hieſigen elenden Preßlicenz, gegen mich ausſpeien wird?

Nein, Sire, er iſt nicht geflohen, ſondern er hielt ſich hier ver— borgen; unſere Polizei hat ihn indeß heute aufgeſpürt und verhaftet. Ew. Majeſtät mögen beſtimmen, was mit ihm geſchehen ſoll.

Er ſoll den deutſchen Herren Scribenten als warnendes Beiſpiel dienen, welchen Lohn ſich diejenigen verdienen, welche wider mich pro— vociren und große Worte ſchleudern wollen. Ich will dieſe Schreier ein für allemal zum Schweigen bringen und mit der Cenſur des Henkerbeils ihre jammervolle freie Preſſe zu Tode bringen. Sie haben nicht genug an der Strafe des Herrn Palm gehabt, ſo möge ihnen noch der Herr Lange als Beiſpiel dienen. Er ſterbe, wie Palm geſtorben iſt.

Ew. Majeſtät wollen alſo den empfindſamen Deutſchen abermals einen Märtyrer machen, zu dem ſie beten, und an deſſen Märtyrerthum ſie ſich begeiſtern können? Sire, es iſt mit den Märtyrern wie mit den Ein Narr macht viele, und ſo könnte man auch ſagen, Ein Märtyrer macht viele Märtyrer!— Laſſen Sie dieſen Herrn Lange heute erſchießen, weil er ein treuer Anhänger der Königin iſt, und in

ihrei Sinn geſchrieben hat, ſo werden morgen die Pamphletiſten wie

Pilze aus der Erde ſchießen und ihre Libelle gegen Ew. Majeſtät ſchleudern, blos aus der eitlen Begierde, Märtyrer für ihre ſchöne Königin zu werden, und aus der Hoffnung, die Königin werde um ſie Thränen vergießen, wie ſie es um den Märtyrer Lange gethan.

Ah, rief Napoleon höhniſch, Sie ſind heute ſehr zur Gnade und Verſöhnung geneigt, wie es ſcheint; ein krankhaftes Fieber der Milde hat Sie überfallen. Sie ſind alſo der Meinung, ich ſollte dieſen elenden Pamphletiſten der Königin begnadigen, ſtatt ihn zu ſtrafen?

Sire, ich bin der Meinung, daß dieſer elende Menſch viel beſſer geſtraft wird, wenn man ihn nicht zum Märtyrer macht, ſondern nur zu einem Werkzeuge, das man benutzt, ſo lange es bequem iſt. Da dieſer Profeſſor Lange ſo ſehr gut verſteht, Pamphlete zu ſchreiben und Schmähartikel in die Welt zu ſchicken, ſo möge er ſein Handwerk fortſetzen, nur daß man ihm aufträgt, ſeine Waffen, ſtatt gegen Ew.