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flohen, die höheren Beamten hatten ſich entweder verſteckt, oder ſie er⸗ klärten ſich laut bereit, dem Kaiſer der Franzoſen den Eid der Treue zu leiſten und ihm zu dienen als ihrem Herrn.
Was blieb alſo den armen Berlinern anders übrig, als ſich zu unterwerfen, und da ſie keine andere Hülfe hatten, ſich zu helfen mit ſchweigendem Gehorſam und unterwürfiger Ruhe? Alles hatte ſie ver⸗ laſſen und aufgegeben, ſelbſt der Gouverneur der Stadt war geflohen, und ſein Stellvertreter, der Fürſt Hatzfeld, ſchien gar keine andere Aufgabe zu kennen, als die Berliner zur Ruhe und zum Gehorſam zu ermahnen, und ſie zu beſchwören, nichts zu unternehmen, zu ſprechen, oder auch nur zu denken, was dem neuen franzöſiſchen Gouvernement empfindlich ſein könne, ſondern ſich freudig und willig in Alles zu fügen, was der Sieger von ihnen fordern möchte.
Die Berliner Bürger hatten ſich alſo gefügt, ſie hatten ſich ſchwei⸗ gend und gehorſam unterworfen, und ſie eilten jetzt nach den Linden und dem Brandenburger Thor hin, um den Einzug des Kaiſers mit anzuſchauen.
Aber nicht blös die Bürger und das Volk wollten dieſen Einzug ſehen, auch die Leute aus den höheren Ständen, auch die Damen drängten ſich dieſem Schauſpiel zu. Jeder war es ſich bewußt, daß es ein großer welthiſtoriſcher Moment ſei, den man jetzt erleben ſollte, Jeder glühte vor Verlangen, den merkwürdigen Mann zu ſehen, den man haßte, indem man ihn zugleich bewunderte, den man als ſeinen Feind verwünſchte, und doch anſtaunte wegen ſeiner Großthaten und ſeiner Siege.
Nicht blos die Straßen und die Bäume waren daher mit Neu⸗ gierigen angefüllt, ſondern auch zu beiden Seiten der Straße in den hohen und glänzenden Häuſern ſah man Tauſende von Zuſchauern. An jedem Fenſter drängte ſich Kopf an Kopf, hoch bis zum Dach hin⸗ auf war kein Fenſter, keine Dachluke unbeſetzt, ſelbſt die Dächer hatte man hier und da abgedeckt, um ſich zwiſchen dem Geſparr einen Platz zum Schauen zu erobern.
Die Linden boten daher einen impoſanten, feſtlichen Anblick dar, aber es war doch nur, als ob man ein Trauerfeſt begehen wolle, als


