Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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Voltaire Verſe machte, und mit Schwerin und Ziethen Schlachten ge⸗ wann. Er war ein Univerſalgenie, und wir haben ſeitdem nicht ſeines⸗ gleichen geſehen.

Oh, Sire, murmelten die Marſchälle, Ew. Majeſtät vergeſſen—

Still, meine Herren, rief Napoleon mit zorniger Stimme, indem er mit ausgeſtrecktem Arm auf den Lehnſtuhl hindeutete, ſtill, meine Herren, keine Schmeicheleien für mich an dieſer Stelle. Ich wollte, ich hätte dieſen großen Friedrich gekannt, denn ich glaube, wir Beide würden uns verſtanden haben!

Sire, ſagte der Caſtellan, Se. Majeſtät, der große König, hat Sie wohl nicht gekannt, aber er hat doch von Ew. Majeſtät geträumt!

Napoleon wandte ſich haſtig nach ihm um. Wie? fragte er. Ge⸗ träumt? Erzählen Sie mir das! Treten Sie näher.

Der Caſtellan, Napoleons gebieteriſchem Wink folgend, trat leiſe und ſchwankend einige Schritte näher.

Sire, ſagte er, es war einige Jahre nach dem ſiebenjährigen Kriege. Ich war eben als Kammerdiener bei dem König eingetreten und hatte in jener Nacht gerade den Dienſt beim König, das heißt, ich ſchlief im Vorzimmer des Königs, und hatte den ſtrengen Befehl, den König am Morgen um die feſtgeſetzte Stunde zu wecken, Nachts auch, ſobald er mich rufen oder ich Geräuſch vernehmen würde, in ſein Schlafzimmer einzutreten. In dieſer Nacht nun hörte ich plötzlich den König laut aufſchreien und Feuer! Feuer! rufen. Ich ſtürzte ſo⸗ fort in das Schlafzimmer, aber— es brannte nirgends; der König lag auf ſeinem Lager, ächzend und laut athmend, und offenbar von ſchlimmen Träumen beängſtigt. Ich nahm mir alſo die Freiheit, den König zu wecken, und ihn ſo lange zu rufen, bis er erwachte und die Augen aufſchlug. Ach, ſagte der König hochaufathmend, es iſt gut, daß Du mich geweckt haſt, ich hatte einen ſchrecklichen und ſeltſamen Traum, und zur Belohnung dafür, daß Du mich geweckt haſt, will ich ihn Dir erzählen. Mir träumte, ich ſtand auf der Terraſſe zu Sansſouci, und um mich her ſah ich mein Land und alle meine Schlöſſer, ganz dicht Alles bei einander, und dahinter war mir's, als ſchaute ich die ganze Welt mit allen Städten und Ländern, das Alles