Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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dann in ſeine Hand geſchworen, treu dem Beruf zu bleiben, den er mir erwählt, und niemals Soldat zu werden!

Er ſchwieg, und die Thränen, welche ſo lange in ſeinen Augen geſtanden, rollten jetzt wie durchſichtige Perlen über ſeine Wangen nieder.

Armer Freund, murmelte Prickler leiſe.

Beklagenswerther Bruder, ſagte Schill unwillig. Verdammt zu ſein, die Elle ſtatt des Schwertes zu führen! Wie kann ein Vater ſo grauſam ſein, das in unſerer Zeit von ſeinem Sohn zu verlangen.

Mein Vater iſt nicht grauſam, ſagte der Jüngling ſanft, er will nur mein Beſtes, aber er will es in ſeiner Weiſe, nicht in der meinen! Dem Sohn ziemt es, nachzugeben und zu gehorchen. Ich werde alſo nicht Soldat werden, aber Gott weiß, ob es zu meinem Beſten iſt. Schon Manchen hat die Verzweiflung über einen verfehlten Beruf zu einem Verbrechen geführt! Aber reden wir nicht von mir, fuhr er fort, ſein Haupt unwillig ſchüttelnd, als wolle er die Thränen aus ſeinen Augen verjagen, reden wir nicht mehr von meinem kleinen erbärmlichen Kummer, ſondern von Ihrem großen Kummer, den ganz Deutſchland mit Ihnen theilt. Sie wiſſen jetzt Alles, was mich betrifft, und nur mein Name bleibt mir noch zu ſagen übrig. Ich heiße Staps; Friedrich Staps wird dereinſt die Firma meiner Handlung ſein, wenn ich die Zeit erlebe!

Sie heißen Friedrich, wie Preußens großer König, ſagte Schill tröſtend, und wer kann wiſſen, ob Sie nicht auch noch, wie er, ein großer Soldat werden.

Ich ſagte Ihnen ja, daß ich meinem Vater vor dem Altar ge⸗ ſchworen, niemals Soldat zu werden, ſeufzte Friedrich Staps. Ich werde den Schwur nicht brechen, den ich meinem Vater gethan, aber auch den nicht, den ich mir ſelber gethan!

Den Schwur, ein redlicher und braver Mann zu werden, nicht wahr? fragte Prickler.

Das braucht man nicht zu ſchwören, das verſteht ſich von ſelber, ſagte Friedrich Staps raſch. Mein Schwur lautet anders, aber Nie⸗ mand außer Gott darf ihn kennen. Wenn die Zeit gekommen iſt,

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