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ſehen, und beantwortete jedes kriegeriſche und anfeuernde Wort Schiller's mit begeiſtertem Applaus. Es warf wieder einmal dem Grafen Haug⸗ witz die Fenſter ein, und brachte dem Prinzen Louis Ferdinand, dem Miniſter Hardenberg und den kriegsluſtigen Generälen eine Serenade.
Alle Zeitungen glühten vor Siegesſtolz, und waren ſchon im Voraus entzückt über die glänzenden Schlachten, welche die preußiſche Armee dem Feinde abgewinnen würde.
Am glücklichſten aber und ſtolzeſten waren die Officiere, welche in trunkener Freude ihr Haupt ſchon umkränzt ſahen von den Lorbeern, die ſie ſich in dem bevorſtehenden Kriege erwerben würden, und deren Stolz die Möglichkeit eines Unterliegens gar nicht ahnen wollte. Die Armee Friedrichs des Großen konnte nicht beſiegt werden, und nur vor Einem hatte man zu zittern, nur davor, daß es dennoch wieder nicht zum Kriege kommen möchte, und daß die unvermeidliche und unabweis⸗ bare Niederlage Bonaparte's noch einmal durch einen faulen Frieden gefährdet werde.*)
Die alten Generäle aus den Tagen Friedrichs des Großen, das waren die Helden, an welche die Officiere glaubten.„Wir haben Generäle, die den Krieg verſtehen, ſagten die ſtolzen preußiſchen Offi⸗ ciere, Generäle, die von Jugend auf gedient haben; jene Schneider und Schuſter, die erſt durch die Revolution etwas geworden ſind, können vor ſolchen Generälen nur gleich davonlaufen.**)
Und in der Begeiſterung ihrer kommenden Siege gaben die Officiere einander glänzende Abſchiedsfeſte, und tranken in Champagner und Rheinwein ein jubelndes Hoch auf die kommenden Schlachten, und ſangen mit muthigem Gebrüll die neuen Schlachtlieder welche Arndt dem deutſchen Volk gedichtet. Dann begeiſtert von Zukunftsträumen, von Wein und Liedern, gingen ſie Abends vor das Hötel des franzö⸗ ſiſchen Geſandten, um auf den Steinen vor ſeiner Thür ihre Klingen zu wetzen.
Wozu aber Degen und Gewehre? riefen die Officiere zu den *) Varnhagens Denkwürdigkeiten I. 389, 390. **) Häuſſer: Deutſche Geſchichte II. 358.
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