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Möchte dieſer Geſandte bald kommen, ſeufzte der König, denn wir bedürfen Beides, der Hülfstruppen und des Geldes.*)
Als nach einer langen Conferenz der Miniſter Hardenberg das Cabinet des Königs verließ, leuchtete ſein Antlitz vor innerer Befrie⸗ digung und mit raſchen Schritten eilte er hinunter zu ſeinem Wagen.
Zum Prinzen Louis Ferdinand, befahl er dem Kutſcher. So ſchnell die Pferde laufen!
Prinz Louis Ferdinand befand ſich eben inmitten ſeiner Freunde in ſeinem Muſikſaal, als der Miniſter Hardenberg eintrat. Er ſaß vor dem Flügel und phantaſirte. Seine Gedanken mußten heute einen erhabenen Schwung genommen haben, denn es war in der Muſik, die er den Taſten entlockte, ein Strom von Begeiſterung, Kraft und Gluth, und das edle Antlitz des Prinzen leuchtete wie in einer Ver⸗ zückung. Dicht neben ihm, das Haupt leiſe an ſeine Schulter gelehnt, ſaß Pauline Wieſel, des Prinzen ſchöne und geiſtvolle Freundin, und horchte mit lächelnden Purpurlippen und feuchten Blicken auf die ſchönen und ſchwungvollen Melodieen. In der Mitte des Saals befand ſich eine mit edlen Weinen und duftenden Südfrüchten beſetzte Tafel, und um dieſelbe ſaßen zwölf Herren, die meiſten von ihnen in der Uniform höherer Officiere, die andern in Civil. Es waren des Prinzen mili⸗ tairiſche und gelehrte Freunde, ſeine täglichen Geſellſchafter, die gleich Hardenberg immer das Recht hatten, unangemeldet bei ihm einzutreten.
Der Miniſter winkte den Herren, welche ſich von ihren Sitzen erheben wollten, um ihn zu begrüßen, haſtig zu, ſitzen zu bleiben und eilte raſch und leiſe durch den Saal nach dem Prinzen hin, der ihm den Rücken zugewandt hatte und ſein Kommen nicht gewahrte.
*) Der Geſandte Englands, Lord Morpeth, kam leider doch zu ſpät; erſt am 12. October langte er in Weimar, im Hauptquartier des Königs an. Aber die franzöſiſche Partei, Miniſter Haugwitz, Lombard und Luccheſini, wußten es zu verhindern, daß der Lord überhaupt nur eine Audienz bei dem König er⸗ Beſcheid ab: Die Unterhandlung hänge von
langte und fertigten ihn mit dem dem Ausgang der Schlacht ab, die man eben ſchlage. Häuſſer: Deutſche Ge⸗
ſchichte II. 766.
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