Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 4. Band (1859)
Entstehung
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Du ſiehſt, die Entſcheidung naht, ſagte der König, ſeiner Ge⸗ mahlin zugewandt. Ich werde den Miniſter ſogleich bitten, einzutreten.

Der Kammerdiener entfernte ſich. Der König ging ſchweigend, die Hände auf dem Rücken gefaltet, einige Male auf und ab. Luiſe wagte es nicht, ihn zu ſtören, nur ihre leuchtenden Augen folgten jeder ſeiner Bewegungen mit einem Ausdruck inniger Sorge, zärtlicher Theilnahme.

Plötzlich, mitten im Zimmer, blieb der König ſtehen und athmete hoch auf. Ich weiß nicht, ſagte er, mir iſt faſt frendig und glücklich zu Muthe, daß ich endlich vor der letzten Eutſcheidung ſtehe. Franz von Sickingen hat wohl Recht:„Beſſer ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!“

Oh, rief die Königin freudig, daran erkenne ich meinen edlen und tapfern Gemahl. Wenn er das Schreckniß nicht mehr durch mildes Wort und ſanfte Klugheit bannen kann, ſo hebt er ſeinen Ritterarm empor und zerſchmettert es! Aber wir dürfen Deinen Miniſter nicht mehr warten laſſen, ich gehe alſo. Nur Eins noch! Erlaubſt Du mir für Palms Wittwe zu unterzeichnen? Nicht als Königin, ſondern nur als Frau, welche das Elend einer ihrer deutſchen Schweſtern mit em⸗ pfindet, und aus innerm Herzensdrang ihr helfen möchte. Ich werde mich nicht nennen, die gute Oberhofmeiſterin mag ſtatt meiner unter⸗ zeichnen. Erlaubſt Du es, mein Freund?

Folge Deinem edlen und großmüthigen Herzen, meine Auiſe, ſagte der König, gieb Deinen Antheil für die arme Frau!

Dank, mein Freund, tauſend Dank, rief Luiſe, ihrem Gemahl die Hand darreichend. Er drückte ſie zärtlich an ſeine Lippen, und geleitete die Königin dann bis an die Thür.

Luiſe wollte ihm hier ihre Hand entziehen, und die Thür öffnen, um hinauszugehen, aber ihr Gemahl hielt ſie feſt und ſeine Züge nahmen einen verlegenen und befangenen Ausdruck an.

Ich möchte Dich auch noch um etwas bitten, ſagte er kurz und haſtig. Wenn Du die Oberhofmeiſterin in Deinem Namen haſt unter⸗ zeichnen laſſen, ſo befiehl doch Deinem Hofmarſchall, daß er für ſich