Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 4. Band (1859)
Entstehung
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aber Dich und ſie umſchwebt! Schwöre mir, daß Du leben und das Leben muthig und feſt ertragen willſt!

Ich ſchwöre es, ſagte ſie leiſe.

Und jetzt, meine Anna, verlaß mich! Meine letzten Momente ge hören Gott!

Er küßte ihre Lippen, welche kalt waren wie Marmor, und geleitete ſie ſanft der Thür zu.

Nun hob Anna ihr Haupt empor, mit einem langen, letzten Blick ihn anzuſchauen. Du willſt, daß ich leben ſoll, ſagte ſie, ich werde es thun, ſo lange es Gott gefällt. Ich nehme alſo Abſchied von Dir, aber nicht auf ewig und auf nicht gar lange Zeit. Wir Menſchen ſind ja Alle nur arme Wanderer, welche der Wille Gottes hinausgeſchickt hat auf die Erde zur Wanderſchaft. Aber zuletzt öffnet er uns doch wieder die Pforten der Heimath und ruft uns wieder heim! Ich hoffe auf meine Heimkehr, mein Geliebter. Auf Wiederſehen alſo!

Auf Wiederſehen!

Sie reichten ſich noch einmal die Hand und ſchauten ſich an mit einem Lächeln, das wie der letzte Strahl d Antlitz verklärte.

Dann ſchritt Anna, rückwärts gehend, um ihn immer noch zu ſehen, um ſein Bild tief in ihr Herz zu prägen, über die Schwelle. Der Schließer drückte haſtig die Thür hinter ihr zu.

Draußen hörte Palm einen herzzerreißenden Schrei, dann ward Alles ſtill.

Einige Minuten ſpäter öffnete ſich wieder die liſcher Geiſtlicher trat ein.

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Meine Frau iſt ohnmächtig geworden, nicht wahr? fragte Palm.

Nein, ſie ſchien nur, als die Thür ſich ſchloß, von einem plötz⸗ lichen Schwindel ergriffen, dann aber raffte ſie ſich wieder empor und eilte fort. Der Herr Gott möge ihr gnädig ſein!

Er wird es ſein, ſagte Palm zuverſichtlich.

Er möge auch Ihrer ſich erbarmen, mein Sohn, ſagte der Prieſter.

Laſſen Sie uns beten, öffnen Sie mir Ihre Seele und Ihr Herz!

Meine Seele und mein Herz liegen frei vor Gott da, er wird