Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 4. Band (1859)
Entstehung
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Palm erhielt dieſe Entſchuldigung erſt, als er in den Sitzungsſaal trat, in welchem das Kriegsgericht verſammelt war, er mußte ſich daher wohl entſchließen, ſeine Vertheidigung ſelbſt zu führen und ſeine Worte den Herren des Kriegsgerichts durch einen Dolmetſcher überſetzer zu laſſen.

Und er war überzeugt, ſeine Vertheidigung gut geführt, und die⸗ jenigen, welche ſich zu ſeinen Richtern aufgeworfen hatten, von ſeiner Unſchuld überführt zu haben.

Er zweifelte daher auch nicht einen Moment an ſeiner baldigen Erlöſung, er erwartete jeden Tag die Nachricht, daß man ſeine Unſchuld erkannt habe und ihn daher der Freiheit und ſeiner Familie zurückgebe. Dieſe Zuverſicht ließ ihn die einſame Kerkerhaft mit frohem Muth er⸗ tragen, und in dieſen Tagen voll Entbehrung und Pein mit heiterem Auge hinſchauend auf die goldigen Tage der Zukunft, wo er wieder in ſeinem Hauſe ſanft behütet von dem liebenden Auge ſeines jungen Weibes, das Herz erfreut von dem Anblick ſeiner beiden holden Kinder, in den Armen der Liebe ruhen würde nach den Tagen voll Arbeit und Mühſal.

Aus ſolchen freudigen Zukunftsträumen weckte ihn am Morgen des ſechsundzwanzigſten Auguſt das Eintreten des Schließers und einiger Soldaten, welche kamen, ihn vor das Kriegsgericht zu berufen, um von demſelben ſein Urtheil zu empfangen.

Gott ſei Dank, rief Palm frohmüthig, mein Urtheil, das heißt meine Freilaſſung. Kommt, laßt uns gehen, denn Ihr ſeht wohl, mein Kerker iſt heiß und dumpfig und ich ſehne mich nach der friſchen fröhlichen Gottesluft, die ich ſo lange entbehrt habe. Laßt uns alſo gehen, damit ich meinen heiß erſehnten Urtheilsſpruch empfange.

Und mit einem freundlichen Lächeln reichte er dem Schließer, welcher mit finſterm Geſicht und mürriſchen Mienen an der Thür ſtand, die Hand dar. Schaut nicht ſo finſter drein, Balthaſar, ſagte er. Waret ja doch ſonſt immer ein gar munterer Geſelle und habt mir oft die langen, einſamen Stunden durch Euer gemüthliches Plau⸗ dern verkürzt. Nehmt meinen Dank für Eure Freundlichkeit und Milde. Ihr hättet mich viel quälen und martern können und Ihr habt es nicht