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und deutſchem Brudergruß! Sie ſprengten vorüber und riefen laut: Viectoire! Victoire! Vive l'Empereur Napoléon!
Das Volk ſtand ſchweigend, bleich vor Entſetzen; es ſtarrte den Regimentern entgegen, welche jetzt mit klingendem Spiel einhergezogen kamen und den Wienern die Töne der Marſeillaiſe und des Va t'en guerrier zu hören gaben; es ſtarrte dieſe zerlumpten, mürriſchen Ge⸗ ſtalten an, welche da in der Mitte der Soldaten gingen, wie die rö⸗ miſchen Sclaven vor dem Wagen des Triumphators. Dieſe armen, bleichen Jammergeſtalten trugen keine franzöſiſche Uniform und die Tricolore⸗Schärpe umgab nicht ihre Taillen, ſie trugen auch keine Wehr und Waffen, ihre Hände waren leer, ihre Blicke niedergeſchlagen.
Das waren Gefangene, Gefangene der Franzoſen, und ſie trugen ruſſiſche Uniformen.
Das Volk ſah es mit Entſetzen, mit ſtummem Hinſtarren. Aus ihrer ſtolzen Siegesüberzeugung waren die guten Wiener plötzlich in einen Abgrund des Unglücks hinuntergeſtürzt und ſie fühlten ſich davon betäubt, der Sprache, der Gedanken beraubt. Sie ſtanden da, bleich, athemlos und ließen das Schauſpiel des heimkehrenden Siegers mit troſtloſer Niedergeſchlagenheit an ſich vorüberziehen.
Auf einmal machte die blitzende Colonne, die in der Mitte des ſchweigenden Volkes die Straße hinaufzog, Halt und die Muſik ver⸗ ſtummte. Ein Officier ſprengte herbei und ſprach einige Worte mit dem commandirenden Obriſten. Dann traten auf einen Wink und einen raſch geſprochenen Befehl des Obriſten vier Soldaten aus der Reihe, und ſich Bahn machend durch die gaffende Menge, ſchritten ſie gerade auf das kleine Haus zu, das einſam und ſtill inmitten ſeines Gärtchens an der Straße lag.
Jeder Wiener kannte dieſes Häuschen und den Mann, der darin wohnte, denn es war das Haus Joſeph Haydn's.
Wie jetzt die vier Soldaten zu der Thür des allbeliebten, allbe⸗ kannten Meiſters hinſchritten, ſchien das Volk zu erwachen aus ſeiner Betäubung, ein einziger Schrei der Wuth und des Entſetzens ertönte und tauſend und tauſend Stimmen riefen und kreiſchten: Vater Haydn! Sie wollen uns Vater Haydn gefangen nehmen!
auch Poſe
aus


