—
ich würde ihm nur meine Armee gezeigt, und was die Bedingungen anbetrifft, mich auf ſeine Redlichkeit verlaſſen haben. Er will es, nun wohl, ſo ſchlagen wir uns! Ich waſche meine Händ in Unſchuld!*)
Er wandte dem Fürſten Dolgorucki mit einem leiſen Winken ſeiner Hand den Rücken, und den flammenden Adlerblick auf ſeine Generäle geheftet, ſagte er achſelzuckend:
Die ruſſiſche Friedensbedingung iſt, daß Frankreich Belgien wieder herausgebe, und vor allen Dingen die Krone von Italien an den König von Sardinien abtrete. Oh, jene Leute müſſen verrückt ſein! Sie wollen, daß ich Italien räume, und ſie werden bald erfahren, daß ſie mich nicht einmal aus Wien fortbringen können. Was für Projecte hatten ſie denn, und was würden ſie aus Frankreich machen, wenn ſie mich geſchlagen hätten? Nun, meiner Treu, es mag kommen, wie's Gott gefällt, aber noch ehe achtundvierzig Stunden vergehen, will ich ſie für ihren Uebermuth gut bezahlen!**)
Und ſtatt ſein Pferd wieder zu beſteigen, ging er zu Fuß weiter auf der Landſtraße dahin, leiſe vor ſich hinmurmelnd und mit ſeiner Reitpeitſche die kleinen Grashalme abſchlagend, die auf dem Wege ſtanden. Jetzt war er bis zu dem erſten Infanteriepoſten ſeiner Armee gelangt. Ein alter Soldat ſtand als Schildwache da, ſorglos und unbekümmert ſtopfte er ſich ſeine Pfeife, während er das Gewehr zwiſchen ſeine Füße genommen hatte.
Das düſtere Auge des Kaiſers wandte ſich zu ihm hin, und hinüber deutend nach der Gegend, wo die Feinde ſtanden, ſagte er grollend: Die übermüthigen Kerls da glauben, uns nur ſo ohne Weiteres ver⸗ ſchlingen zu können!
Der alte Soldat ſah den Kaiſer mit ſeinen klugen Augen lächelnd an, und ſtopfte mit dem kleinen Finger ſeiner Rechten ruhig an ſeiner Pfeife weiter.
Oh, oh, ſagte er, das geht nicht ſo raſch, das Verſchlingen! Wir legen uns in die Quere, Majeſtät!—
*) Napoleons eigene Worte. Siehe: Mémoires du Duc de Rovigo. II. 196. **) Ebendaſelbſt S. 198.
——
—,——


