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. Biobs-Potſchaſten.
Ge war in den letzten Novembertagen des Jahres 1805. Kaiſer Na⸗ poleon hatte nach dem Siege bei Ulm ſein Hauptquartier in Brünn aufgeſchlagen, und ſchien den Angriff ſeiner Feinde erwarten zu wollen. Er hatte es jetzt nicht blos mehr mit Einem Feind zu thun, nicht mehr allein mit Oeſterreich, ſondern auch mit Rußland, deſſen Kaiſer ſich jetzt in Olmütz beim Kaiſer von Oeſterreich befand, um mit ihm den Plan zum Angriff und zur Beſiegung Napoleons zu entwerfen. Das ruſſiſche Heer hatte ſich bereits mit dem öſterreichiſchen vereinigt, und ſelbſt die ruſſiſchen Garden hatten Rußland verlaſſen müſſen, um den Kaiſer zur großen Völker⸗ und Entſcheidungs⸗Schlacht zu begleiten.
Aber auch Napoleon hatte ſeine Garden mitgebracht, und in un⸗ geduldiger Begier glühten dieſe, mit den Oeſterreichern und den„ruſſi⸗ ſchen Barbarenhorden“ endlich den entſcheidenden Kampf auszufechten.
Napoleon indeß zögerte noch immer; ſeine Pläne ſchienen noch immer nicht zur Reife gelangt, er ſchien noch immer unentſchloſſen, ob er noch weiter vorſchreiten, oder ob er zufrieden ſein wolle mit den ſchon erfochtenen Siegen.
Zu dem letzteren riethen und drängten ſeine Generäle, welche ver⸗ meinten, der Sieg bei Ulm ſei eine ſo glänzende Trophäe, daß man auf derſelben ausruhen könne, ſtatt auf's Neue ſich mit dem Schwert zu umgürten.
Napoleon indeß wiegte bei dieſen Rathſchlägen ſeiner Generäle ſinnend ſein Haupt. Wenn es nur die Oeſterreicher allein wären, ſagte
Mühlach, Napolevn. I. Bd. 35


