Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 3. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

524

Folgen erwägt und berechnet, während Ihr nur die That des Augen⸗ blicks wollt! Aber ſtehen Sie auf, meine Herren, laſſen Sie uns nicht eine exaltirte Scene aufführen, wo Alles darauf ankommt, be⸗ ſonnen zu ſein und zu überlegen! Laſſen Sie uns alſo vernünftig und ernſt mit einander ſprechen, erklären Sie mir, was geſchehen iſt und welche Gefahr Preußen, welche Gefahr meine Kinder bedroht. Ich gewähre jetzt Ihren Wunſch, wir wollen eine politiſche Conferenz hal⸗ ten! Setzen wir uns alſo und fangen wir an!

Sie nahm auf dem Divan Platz und winkte den Herren, auf den beiden Seſſeln ihr gegenüber ſich niederzulaſſen.

Jetzt ſagen Sie mir, was geſchehen iſt und um was es ſich han⸗ delt! Herr Miniſter von Hardenberg, ich bitte Sie, geben Sie mir genaue und faßliche Auskunft über unſere politiſchen Zuſtände, denn ich habe es Ihnen ja ſchon geſtanden, ich habe mich niemals mit der Politik befaßt und verſtehe nichts davon. Mein Gott, ich war zu glücklich und mein Leben war zu ſehr ausgefüllt von meinem Glück, als daß ich nöthig gehabt hätte, ihm durch die Politik einen Inhalt zu geben. Aber ich ſehe wohl, daß die ſchöne Zeit des ſtillen Glückes jetzt vorüber iſt! Reden wir alſo von Politik. Sie ſagten vorhin, Preußen ſei von Frankreich beleidigt worden?

Ja, Majeſtät, es iſt beleidigt worden und zwar in ſeinem hei⸗ ligſten und unverbrüchlichſten Recht, in ſeinem Recht der Neutralität, rief Hardenberg. Der König, in dem hochherzigen Bemühen, ſeinem Volk die Segnungen des Friedens zu erhalten, wollte ſich zwiſchen all dieſen Kämpfen und Stürmen, welche die Welt erfüllen, neutral er⸗ halten und, keiner Partei und keiner Macht Freund und Bundesgenoſſe, ſich ſtützen auf ſeine eigene Kraft allein, er wollte abwarten, vermitteln und ſchlichten, aber nicht angreifen, nicht handeln und entſcheiden! Es kann Zeiten geben, wo dieſe Rolle eine edle und gewichtige iſt und wo ſie den Frieden der Welt vermittelt, aber es kommt dabei immer auf Diejenigen an, mit denen man vermitteln, ſchlichten und neutrali⸗ ſiren will. Mit Männern von Ehre, mit Fürſten, welchen ihr Wort heilig iſt, und welche Verträge nicht zu verletzen wagen, kann man neutral bleiben, nicht aber mit Solchen, denen ihr Wort nur ſo lange heilig

iſt, als e nige nicht ſtht. Es weder der und dieſer Rußland j Heſterreich machte, d ſchiren laſ erklärung zu machen. wenn nicht Depeſche h hätte, in v Fordetung bloße Dro zu voller gegen di Schrei des hielt von! Frankreich fand ſeine Beweis e wiſſen es, ſchwarzen enpfange gleitet vor et einen S von dem Und des höchſ