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Sehr ſchmeichelhaft für ihren Mann und für ihren Neffen, den Kaiſer von Oeſterreich, ſagte Napoleon lachend. Sie hat indeß nur von Denen geſprochen, die auf dem Thron ſitzen, aber neben dem Thron ihres Mannes hat die zärtliche Königin doch noch einige Männer ent⸗ deckt. Es hat mich niemals gelüſtet, der Nebenbuhler von Acton oder Nelſon zu ſein. Ich liebe überhaupt nicht die leidenſchaftlichen und herrſchſüchtigen Weiber. Sie müſſen ſanft ſein und reizend, wie Jo⸗ ſephine, wenn ſie mir gefallen ſollen.
Ah, Sire, ich wünſchte, die Kaiſerin wäre hier, und könnte Ihre Worte hören, rief Duroc.
Zweifelt ſie ſchon wieder? fragte Napoleon raſch. Haben meine Brüder ſie ſchon wieder geängſtigt mit einer Scheidung? Sie ſoll ſich beruhigen, ich denke nicht daran, mich von ihr zu trennen, und alle deutſchen Thusnelden können mir nicht gefährlich werden. Aber ich habe noch immer nicht den Namen Deiner Thusnelda erfahren. Wie heißen ſie denn?
Sire, da iſt zuerſt die ſchöne Königin von Preußen! Wie man ſagt, eine glühende Feindin Frankreichs.
Ja, meine glühende Feindin, rief Napoleon mit düſtern und drohenden Blicken, ein kurzſichtiges Weib, welches nicht ſieht, daß ſie ihren gutmüthigen, ſchwachen und unentſchloſſenen Mann in's Verderben ſtürzen wird, wenn ſie ihn mit fortreißt auf dieſem Wege der Feind⸗ ſchaft und des Haſſes. Eines Tages wird ſie es bereuen, meine Freundſchaft verſchmäht zu haben, denn wenn es ihr gelingt, wenn ſie ihren Gemahl zu einem Bündniß mit Rußland gewinnt, ſo werde ich unerbittlich ſein, ſo werde ich mit einem Elephantentritt das ganze wankende und wankelmüthige Preußen in den Staub treten! Und weißt Du noch eine zweite Thusnelda?
Ja, Sire, das iſt die Gemahlin des Churfürſten Friedrich von Würtemberg, welche, wie man ſagt, auch ihren Gemahl zu glühendem Haß gegen Frankreich und zu glühendem Patriotismus für Deutſchland aufgewirbelt hat. Das Churfürſtliche Paar ſoll laut und im Beiſein des ganzen Hofes geſchworen haben, niemals ſich vor Frankreich zu beugen, nie den deutſchen Intereſſen ungetreu zu werden.
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