Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 2. Band (1859)
Entstehung
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der Königin, erſchien er als der gefeierte Gaſt des Hofes. Oh, meine Freundin, mein dummes deutſches Herz bäumte ſich auf vor Zorn, wie ich ſah, mit welcher Zuvorkommenheit und freundſeligen Güte man dieſem Franzoſen entgegentrat, während deutſche Männer von Genie, Verdienſt und Talent im Schatten ſtehen müſſen, und weder der König noch die Königin ihre Exiſtenz zu ahnen ſcheinen. Da war der Graf Hardenberg und der edle Obetpräſident Weſtphalens, Herr von Stein; ſie ſtanden unbeachtet in einer Fenſterniſche und blickten traurig auf das Königspaar, das in der Mitte ſeines Hofes dem Franzoſen ſchön that; da war Blücher und Gneiſenau, welche Niemand bemerkte, obwohl ihre preußiſchen Uniformen nicht minder glänzend waren als die des franzöſiſchen Herrn; und da war endlich ich, Friedrich Gentz, ich, der nur auf ausdrücklichen Wunſch und Befehl der Königin bei dieſem Hoffeſt erſchienen war und deſſen Anweſenheit ſie jetzt ganz und gar vergeſſen hatte, obwohl Gualtieri ſie drei Mal daran erinnerte, daß ich da ſei und nur gekommen, weil die Königin es alſo befohlen. Aber was kümmerte es die ſchöne Majeſtät, ob ein deutſcher Schriftſteller vergeblich auf ein Lächeln ihrer Huld, einen gnädigen Wink ihres Hauptes warten müſſe! Der Franzoſe war eine viel wichtigere Erſcheinung als wir Alle! Dem Franzoſen zu Liebe hatte ſelbſt die Dame Etiquette, Frau Ober⸗ hofmeiſterin von Voß, verſtummen müſſen, und man empfing den einfachen Adjutanten des erſten Conſuls, als wäre er ein bevollmächtigter Geſandte, während er doch nur als Unterhändler einer Privat⸗Perſon kam. Man bat ihn, von den Schlachten an den Pyramiden, den Schlachten vom Berge Tabor und von Aboukir zu erzählen, und der ganze Hof lauſchte mit einer Andacht, als ſei es das Evangelium einer neuen Zeit, das der Adjutant Bonaparte's verkündete. Wenn er inne hielt in ſeinen Erzählungen, richtete die Königin mit ihrem bezauberndſten Lächeln immer neue Fragen an ihn und pries die Großthaten des Generals Bonaparte, als ſei er der Meſſias, welcher gekommen, die Welt zu erlöſen von den Uebeln des Krieges! Genug, er hatte einen vollkom⸗ menen Succes, und zuletzt wußte er ſelber dieſem durch eine geſchickte Wendung noch den höchſten Glanz zu verleihen. Die Königin erzählte Herrn Duroe von unſern deutſchen Sitten, und daß heute bei uns der

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