Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 2. Band (1859)
Entstehung
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Papieren in der Hand, wieder in das Cabinet des Königs, der noch immer, ohne den Eintretenden zu bemerken, langſam auf und ab ging. Ew. Majeſtät, ſagte der General ſchüchtern und verlegen, ich bringe hier die befohlene Denkſchrift des Herzogs Ferdinand von Braunſchweig. Legen Sie ſie nur dort auf meinen Tiſch, ſagte der König weiter wandelnd.

Herr von Köckeritz ſchritt zu dem Tiſch und legte die Papiere auf demſelben nieder. In dieſem Moment war auch der König im Auf⸗ und Abwandeln bis zu dem Schreibtiſch gelangt und blieb jetzt dem General gegenüber ſtehen. Er heftete einen langen und traurigen Blick auf ihn und ſchüttelte langſam ſein Haupt.

Auch Sie verlaſſen mich, ſagte der König ſeufzend. Die Herren mögen Recht haben! Ich habe Ihren tieferen Einſichten einen Augenblick nachgegeben, aber eine innere Stimme ſagt mir, daß ich Unrecht habe, den Frieden zu brechen, weil Frankreich jetzt von allen Seiten bedroht und in dieſem Moment unglücklich iſt.*)

Ew. Majeſtät allein iſt hier der Herr und Gebieter, ſagte Köckeritz feierlich. Ihre Ueberzeugung iſt uns Befehl, und wir unterwerfen uns im pflichtſchuldigen Gehorſam Eurer Majeſtät beſſerer Einſicht! Es iſt an Ihnen, uns Ihre Befehle zu ertheilen, an uns zu gehorchen!

Ein raſcher Blitz leuchtete in den Augen des Königs auf und über ſeine Wangen flog ein höheres Roth. Der General ſah das und verſtand es gar wohl.

Zudem, fuhr er mit niedergeſchlagenen Augen und beſchämter Miene fort, zudem habe ich Eurer Majeſtät ein Bekenntniß zu machen, ein Bekenntniß in meinem und des Grafen Haugwitz Namen! Indem wir Ew. Majeſtät zu unſern Gründen für den Krieg und die Coalition herüberziehen wollten, iſt es uns geſchehen, daß wir von den Gründen, welche Euere Majeſtät gegen den Krieg und die Coalition ausſprachen, bekehrt worden und durch Ew. Majeſtät überzeugt worden ſind, daß wir in einem Irrthum befangen waren. Es iſt vielleicht ſchmählich,

*) Des Königs eigene Worte. Siehe: Memoiren von Maſſenbach. III. S. 90.

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