Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 2. Band (1859)
Entstehung
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öffentliche Meinung, welche jetzt nicht mehr ein ſtummes, im Dunkeln dahinſchleichendes Etwas iſt, ſondern welche eine Stimme hat, und ſie weit⸗ ſchallend erhebt in den Zeitungen und Journalen. Eine dieſer Stimmen ließ ſich vor einigen Wochen ſchon in dem politiſchen Journal alſo ver⸗ nehmen:Kann unſer Monarch das deutſche Reich verlaſſen? Zu⸗ ſehen, daß Frankreich ſich die Wege bahnt, um dereinſt auch Preußen anzugreifen, wenn deſſen Reihe kommen wird? Man darf nur an Italien, an die Schweiz und an Holland denken, um die franzöſiſche Freundſchaft zu würdigen.*) Dieſe Stimme hat einen Nachhall gefunden in ganz Preußen, und Jedermann ſchaut hoffend und ahnungs⸗ voll zu dem Thron Ew. Majeſtät, und erwartet, daß auch Sie das Schwert erheben, für deutſche Ehre und für deutſches Recht. Sire, ich bin in dieſem Augenblick nichts als die Stimme Ihres Volks, und deshalb beſchwöre ich Ew. Majeſtät: faſſen Sie einen kühnen, mann⸗ haften Entſchluß! Heben Sie das Schwert auf zu Preußens Ehre, und zu Deutſchlands Sicherheit

Und auch ich beſchwöre Ew. Majeſtät, ſo zu thun, rief General Köckeritz, auch ich wage es, zu Ew. Majeſtät im Namen Ihres Volkes zu flehen: Oh, Sire, faſſen Sie einen kühnen mannhaften Entſchluß! Heben Sie das Schwert auf zu Preußens Ehre, und zu Deutſchlands Sicherheit!

Der König war aufgeſtanden und ging mit heftigen Schritten auf und ab. Seine ſonſt ſo ruhigen, ſanften Züge waren jetzt bewegt und unruhvoll, eine tiefe Wolke lag auf ſeiner Stirn, ein ſchmerzlicher Ausdruck zuckte um ſeine Lippen. Er ſchien wie in einem tiefen, ver⸗ zweiflungsvollen Kampf mit ſich ſelber, und der Athem ging ſchwer und keuchend aus ſeiner Bruſt hervor. Endlich nach einer langen Pauſe näherte er ſich wieder den beiden Herren, die gleichfalls aufgeſtanden waren, und mit beſorgten Mienen dem König zugeſchaut hatten.

Ich kann alle dieſe Gründe nicht widerlegen, ſagte der König ſeufzend, aber eine innere Stimme ſagt mir, daß ich Unrecht thue, mein Wort und den Frieden zu brechen. Indeß, wenn das Wohl des Staats

*) Politiſches Journal aus Berlin. Journal. 1798.

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