Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 2. Band (1859)
Entstehung
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. Die Zürgerin Zoſephine Vonaparte.

Gine freudige Bewegung herrſchte am 8. November 1797 auf den Straßen und Plätzen der deutſchen Feſtung Raſtatt; die ganze niedere Bevölkerung der Stadt wogte auf den Straßen umher, während die vornehmen Leute in reichſter Toilette ſich an den geöffneten Fenſtern ihrer Häuſer zeigten, des Schauſpiels gewärtig, das ihrer harrte, und dem die ganze Stadt nicht allein, ſondern auch die fremden Geſandten, die jetzt in ſo großer Menge in Raſtatt verſammelt waren, mit leb hafter Ungeduld entgegenſchauten.

Und allerdings, es war auch ein ſeltenes Schauſpiel, das ſich ihnen darbieten ſollte; es war die Ankunft des Generals Bonaparte und ſeiner Gemahlin Joſephine, welche man erwartete. Aber nicht gemeinſchaftlich wollten ſie kommen, ſondern hier in Raſtatt erſt ſollten ſich ihre getrennten Wege wieder vereinigen. Joſephine, deren Ankunft man zuerſt erwartete, kam von Mailand her auf dem nächſten und kürzeſten Wege, Bonaparte hatte von Campo Formio aus eine weitere Reiſe durch Italien und die Schweiz unternommen. Man wußte ſchon, daß er überall mit Enthuſiasmus war begrüßt worden, daß alle Völ⸗ kerſtimme ihm entgegengejauchzt hatten als dem Meſſias der Freiheit. Keine Stadt war geweſen, welche ihn nicht mit glänzenden Feſtlichkeiten empfangen hätte, überall hatte man ihm gehuldigt wie einem Trium phator, einem erhabenen Fürſten, vor dem Alles ſich in den Staub bengt. Selbſt die freie Schweiz hatte davon keine Ausnahme gemacht. In Genf hatten die Töchter der erſten und größten Familien, in die