Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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5 Oh, rief Fanny freudig überraſcht, ſie iſt alſo doch gekommen! den ander Wir wagten kaum, noch auf ſie zu hoffen. Das iſt Mariane Meier. hüuptern Wie, Mariane Meier? fragte Herr von Arnſtein. Die berühmte vie mit e Mariane Meier, welche Göthe geliebt hat, für die der ſchwediſche Ge⸗ lauter auf ſandte in Berlin, Herr von Bernſtorf, jahrelang in glühendſter Leiden⸗ floſſen ein ſchaft geſchwärmt und gelitten hat, und die jetzt die Maitreſſe des gend entf

öſterreichiſchen Geſandten, des Fürſten von Reuß, iſt?

allein. A

Still, um Gotteswillen ſtill, flüſterte Fanny. Sie kommt auf Singen b uns zu! ufend kla Und Fanny ging der ſchönen Dame mit lächelndem Gruß einige ihren ſiße

Schritte entgegen. Mariane neigte ſanft ihr Haupt und küßte leicht die Stirn der Braut, mit dem Anſtand und der Haltung einer Fürſtin.

Ich bin gekommen, um Dir und Deinen Schweſtern Glück zu wünſchen, ſagte ſie mit ihrer ſonoren, herrlichen Altſtimme, ich wollte auch ſehen, wie ſchön Du ſeiſt, und ob Dein Verlobter es werth iſt, Dich zu beſitzen!

von dieſen

von ihnen

teſten der ordnete ſi Beweyun, ogen ſiet 6 ſrauen, d

Fanny wandte ſich um, Herrn von Arnſtein herbei zu winken, gür ſch aber er hatte ſich ſoeben mit dem Rabbiner und den Prieſtern entfernt; ſhnückt l,

die Frauen waren jetzt allein, denn die Ceremonie ſollte beginnen. Und

beſund, es kamen die Klageweiber, welchen die Pflicht obliegt, laut zu jammern

hinnels

und zu weinen um die Bräute, welche jetzt das elterliche Haus verlaſſen gunzi und ihren Männern folgen ſollten. Sie breiteten köſtliche Teppiche aus ſind zu den Füßen der Bräute, welche eine neben der andern auf den Lehn⸗ ihn e ſeſſeln in der Mitte der Frauen da ſaßen, und dieſe Teppiche mit. Chor. Blumen beſtreuend, murmelten ſie ſchluchzend und weinend althebräiſche

Unter hit Leder. Hinter den drei Bräuten ſtand ihre Mutter, mit bleichen

Wangen, mit zitternden Lippen, die von Thränen umdüſterten Angen gen Himmel gerichtet.

Jetzt öffnete ſich die Thür, und im wallenden Talar, den ſen*

weißen Bart lang herniederfließend auf ſeine Bruſt, erſchien der§ ni Tempeldiener, ein ſammetnes Kiſſen auf ſeinen Händen tragend und auf en

demſelben drei weiße Spitzenſchleier. Hinter ihm her ſchritt der Banquier 1 v ei

Itzig, der Vater der Bräute. Er nahm von dem Kiſſen einen nach ihr

Fann