Das Sendſchreiben an Friedrich Wilhelm Ml.
Ich glaube, ſagte Herr von Gualtieri, Gentz das Blatt wieder darreichend, ich glaube, der Herr Miniſter wollte Ihnen eine Lehre geben. Er hat Sie warten laſſen, um Sie zu lehren, daß man pünkt⸗ lich ſein muß!
Und ich werde mir dieſe Lehre wohl einzuprägen wiſſen!
„ denn
Herr,
gemein,
Sie werden pünktlich ſein? Im Gegentheil! Diesmal bin ich eine halbe Stunde zu ſpät ge— f Gut kommen, er hat mich wieder eine halbe Stunde warten laſſen, und mir ſoh dann dafür hundert Thaler gezahlt. Künftig werde ich eine ganze Beſij⸗ Stunde zu ſpät kommen, er wird mich eine ganze Stunde warten er leiſe,
laſſen und mir dafür zweihundert Thaler zahlen. Das iſt ein richtiges Rechnenexempel, denke ich. Sehen Sie mich nicht ſo verächtlich an, Gualtieri, es wird nicht immer ſo bleiben, vielmehr hoffe ich, daß einſt eine Zeit kommt, wo kein Miniſter ſich unterſteht, mich in ſeinem Vorzimmer warten zu laſſen, oder auch mir ſo elende, erbärmliche, kleine Summen zu zahlen. Die Miniſter werden in meinem Vor—
zimmer warten, und ſie werden ſich glücklich ſchätzen, wenn ich die
„nohn Tauſende annehme, die ſie mir bieten werden. Ich habe einmal den gen, in feſten Vorſatz gefaßt, mir ein glänzendes Sort zu machen und meinen ich Sie Geiſt auszumünzen!
ſch mir Und ich bin überzeugt, daß Sie Ihren Vorſatz ausführen, ſagte d nicht Gualtieri. Ja, ich bin überzeugt, es wartet Ihrer eine große Zukunft. kommen Sie ſind ein Genie, wie es in Deutſchland noch keins gegeben, denn re Bitt Sie ſind ein politiſches Genie, und geſtehen Sie nur, daß Deutſch⸗ ije Da land ſehr arm iſt an Politikern, die ihre Feder zu führen wiſſen meine wie ein tapferes, ſcharfes Schwert, mit dem ſie nach allen Seiten die ver⸗ hin tödtlich verwunden und den Sieg erkämpfen! Deutſchland iſt id er⸗ bereits aufmerkſam auf Sie geworden, und ſelbſt in England nennt
man mit Anerkennung Ihren Namen, ſeit Ihre vortreffliche Ueber


