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ſeinen Kammerdiener ſagen, er habe keine Zeit. Ich ſolle morgen wieder kommen. Pah, er wollte es mit mir machen, wie mit ſeinen Büchern, mich nicht aufſchlagen, mich, der mehr Inhalt, mehr Wiſſen, mehr Geiſt hat, als alle ſeine Bücher zuſammen genommen. Mich ließ er eine Stunde im Vorzimmer ſtehen und dann abweiſen!
6 Und Sie ließen Sich abweiſen?
Ich ließ mich abweiſen, ja, aber ich nahm eins ſeiner präch⸗ tigen, mit Goldſchnitt gezierten Bücher mit, um es unter meine Füße zu treten, um es zu mißhandeln, wie ich ihn mißhandeln möchte. So! ſo! es mit Füßen zu treten! Es thut mir wohl, es erleichtert mich! In dieſem Moment kann ich gegen den Menſchen ja nur dieſe elende Rache üben!*)
Herr von Gualtieri lachte laut auf. Ach, das iſt ein ganz neues jus gentium, rief er, ein ungeheuer luſtiges jus gentium. Freund, laſſen Sie Sich umarmen, Sie ſind himmliſch!
Er ſchritt mit geöffneten Armen auf Gentz zu und drückte ihn zärtlich und lachend an ſein Herz⸗
Gentz fand nicht die Kraft, dieſer Zärtlichkeit und dieſem Lachen zu widerſtehen, er ſtimmte mit ſchnell beſänftigtem Zorn in das Lachen des Freundes ein. Sie finden meine Rache gelungen? fragte er.
Wundervoll, es iſt die Rache eines echten Corſen, ſagte Gual⸗
tieri ernſt.
Eines Corſen? fragte Gentz zuſammenſchreckend. Das iſt ein ſchlechter Vergleich, Herr! Ich mag nichts gemein haben mit dieſem Corſen, dem Herrn Bonaparte. Ich ſage Ihnen, ich vermuthe Schlimmes von dieſem Mann!
Und ich bete ihn an, rief Gualtieri. Es iſt der wiedergeborne Alexander von Macedonien, der Welteroberer, der Weltbezwinger. Er allein hat der Revolution in Frankreich Stillſtand geboten, ihm ver⸗ danken es die Franzoſen, daß endlich wieder Ruhe und Ordnung bei ihnen einkehrt. Der dreizehnte Vendemaire iſt eine ebenſo große
*) Gentzs eigene Worte. Siehe: Rahels Umgang. I. S. 168.
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