mehr beobachten, jetzt durfte er dieſen Schrei der Wuth ausſtoßen, der
hinter ſeine Bruſt erfüllte und ihn zu jedem Wort unfähig gemacht hätte, und wibinet nach dieſem Schrei konnte er ſeinem Grimm noch eine andere Genug
thuung bereiten.
Er warf Mantel und Hut auf einen Stuhl, faßte dann das prächtige, goldfunkelnde, mit unberührtem Goldſchnitt gezierte Buch aus der Bibliothek des Miniſters mit beiden Händen und warf es zur Erde.
Da lieg, Du Spielzeug eines ſtolzen Miniſters, ſagte er wüthend. Ich will Dich behandeln, wie ich ihn behandeln möchte, will Dich mal⸗ traitiren, wie ich ihn maltraitiren möchte. Da! Nimm das und das
und das!
Und er ſtieß und ſtampfte mit den Hacken ſeiner Stiefel auf das glänzende Buch, und trat und trampelte darauf umher mit geballten Händen, grimmige Scheltworte ausſtoßend.*)
Ein lautes, fröhliches Lachen erſchallte hinter ihm und als er mit zornigem Geſicht ſich umwandte, ſah er in der Thür einen ſeiner Freunde, der ihn mit ſtrahlendem Geſicht betrachtete.
Herr von Gualtieri, Sie lachen, und ich bin wüthend, rief Gentz, und auf's Neue ſtampfte er mit den Füßen auf dem Buch umher.
Aber weshalb ſind Sie wüthend? fragte Herr von Gualtieri, und weshalb, um Gotteswillen, üben Sie ſolchen Vandalismus gegen dies ſchöne, prächtig gebundene Buch?
Weshalb? das will ich Ihnen ſagen. Ich war heute beim Finanzminiſter von Schulenburg-Kehnert; er hatte mich um zehn Uhr hinbeſtellt, und als ich demzufolge kam, ließ er mich eine Stunde im Vorzimmer ſtehen, gleich ſeinen Büchern in den goldenen Einbänden, die er, wie mir ſein Kammerdiener erzählte, niemals aufſchlägt, aus Furcht, den Goldſchnitt zu laediren.
angt, vbr Und nachdem Sie eine Stunde gewartet hatten, nahm er Sie an?
mit der Nein, nachdem ich eine Stunde gewartet hatte, ließ er mir durch
duldi) Gallerie von Bildniſſen aus Rahels Umgang. Herausgegeben von »Varnhagen von Enſe. Th. II. S. 168.


