34 Der indeſſen, unterbrach ihn Graf Saurau, der indeſſen, wie ich mit Beſtimmtheit weiß, nur noch ſein Leben nach Tagen oder höchſtens nach Wochen zu zählen hat, denn die Bruſtwaſſerſucht hat ſelbſt vor einem König keinen Reſpect.
wenn ſie Friedrich Wilhelm den Dicken hinweggerafft hat, wird Preußen einen Friedrich Wilhelm weiter zählen, und einen iungen Mann von ſiebenundzwanzig Jahren zum König haben, voila tout Er iſt juſt ſo alt, wie der General Bonaparte, in demſelben Jahr geboren, wie dieſer General, der jetzt die ganze Welt mit ſeinem Ruhm erfüllt, aber von dem jungen T Thronerben Preußens hat die Welt noch weiter nichts vernommen, als daß er eine ſchöne hat! Der iſt uns alſo nicht gefährlich, und ich denke und hoffe, daß Oeſterreich immer die Macht behalten wird, dieſes Preußen, dieſes re evolutionaire Element im deutſchen Reich, zu demüthigen und bei Seite zu drängen. Aber die Gefahr, die uns bedroht, kommt nicht von Preußen, ſondern von Frankreich und vor allen Dingen von dieſem General Bonaparte, der mit ſeinem Ruhm nnd ſeinen Schlachten Propaganda macht für die Revolution und die Republik, und dieſe dummen ſtupiden Völker ſo ent zückt, daß ſie ihm entgegen jauchzen als einem Meſſias der Freiheit! Verhaßtes Wort, das wie der Tarantelbiß die Menſchen raſend macht und ſie in wilden Tänzen umherſpringen läßt, bis ſie todt zur Erde fallen.
Dieſes Wort iſt die Zauberformel, mit der Bonaparte ganz Italien beſiegt und die italieniſchen Völker zu Aufrührern und Empörern gegen ihre Fürſten gemacht hat! ſeufzte Graf Saurau.
Noch nicht ganz Italien, Freund! Ein Theil davon ſteht noch feſt! Der Löwe von St. Marco iſt noch nicht gefallen!
Aber er wird fallen, Excellenz, ſeine Füße ſchwanken
Nun ſo müſſen wir Sorge tragen, daß er auf eine Weiſe fällt, welche auch uns berechtigt, an ihm Beute zu machen! Und m mein lieber kleiner Graf, ſind wir zu dem Punkt gelangt, der uns jetzt zu⸗ nächſt beſchäftigt. Die Friedenspräliminarien zu Leoben ſind abgeſchloſſen, wir müſſen die n eit bis zum Abſchluß des wirklichen Friedens ſo zu
benutzen ſuchen, daß der Friede uns Vortheil bringt, und daß Oeſter⸗
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