kommen, gehen ſie triumphirend nach Hauſe und werden bei nächſter Gelegenheit ihren Streich wiederholen!
Ach, mein Lieber, wie wenig kennen Sie das Volk! Glauben Sie mir, nichts ängſtigt dieſes feige Geſindel mehr, als daß wir ſie laufen ließen. Sie ſind ſich ihrer Schuld gar wohl bewußt, es ängſtigt ſie daher fürchterlich, daß ſie keine Strafe erhalten haben und ſie zittern in jedem Moment, daß die Strafe ſie ereilen könne. Sie haben Gewiſſensbiſſe und Furcht, und das ſind die beſten Handhaben, mit denen man ein Volk regieren kann. Mein Gott, was ſollte man wohl mit einem Volk anfangen, das aus lauter tugendhaften, reinen Menſchen beſtände! Es würde unangreifbar ſein, während ſeine Laſter und Schwächen gerade es ſind, durch welche wir es in unſere Hand bekommen. Tadeln Sie mir alſo das Volk nicht um ſeiner Laſter willen, ich liebe es weger derſelben, denn durch dieſe unterwerfe ich es meinem Willen. Man muß überhaupt niemals daran denken, auf die Menſchen durch ihre Tugend wirken zu wollen, man kann es nur durch ihre Fehler und Verbrechen, und durch dieſe ſind alle dieſe Leute, welche wir heute ungeſtraft nach Hauſe geſchickt, unſer Eigenthum. Der freigelaſſene und unge ſtrafte Verbrecher iſt ein Sbirre, dem die Polizei nur nöthig hat, den Dolch in die Hand zu geben und ihm zu ſagen: dahin triff; und er wird treffen!
Denzufolge alſo ſind Ew. Excellenz der Meinung, daß Alle, auch die Rädelsführer der Empörer, ungeſtraft bleiben ſollen?
Nicht doch, einige Beiſpiele müſſen wir allerdings ſtatuiren, um das Schreckniß noch größer zu machen und die Gemüther der Schul digen noch mehr zu unterjochen. Aber um Gotteswillen kein öffent liches Gericht, keine öffentliche Strafe! Unſichtbar möge unſere Hand Meiſter Wenzel faſſen und ihn richttn. Möge er verſchwinden, er und die andern Rädelsführer, die den kecken Muth hatten, hier herauf zu kommen. Stecken wir ſie vorläufig in ein gut verwahrtes und dickge mauertes Gefängniß, und während die andern kleinen Aufrührer ſich die harten Köpfe zerbrechen, um zu errathen, was aus ihren Anführern geworden, machen wir dieſe durch allerlei Qualen und Todesvorſpiege⸗ lungen ſo weich und zahm, daß ſie endlich, wenn wir ſie zuletzt frei laſſen,
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