Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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an welcher ihnen der Kammerdiener Germain entgegentrat und ſich luf

leiſe mit ihnen beſprach. Alsdann eilte Germain zu der Thür des Anticham

Salons, und die ſcheu zurückweichenden Empörer kaum eines verächt Rapporti

lichen Blickes würdigend, trat er ein. daß diſ Nun, was giebt's, Germain? fragte Thugut. da, de Excellenz, der Herr Polizeidirector läßt Ew. Excellenz vermelden, hierher

daß er alle Thüren des Hötels beſetzt hat, ſo daß Niemand heraus De kann, daß ferner die Straßen geſäubert und die Empörer auseinander legenen gejagt ſind. Der Herr Polizeidirector, welcher unten auf dem Vor an den

platz ſich befindet und damit beſchäftigt iſt, die Namen der im Hötel Ich

befindlichen Empörer aufzuzeichnen, läßt ſich die ferneren Befehle Eurer Hern 2

Excellenz ausbitten. gethan

Ah, er ahnt nicht, daß ſein erſter Chef, der Herr Polizeiminiſter, De

ſich ſelber hier befindet, ſagte Thugut, ſich lächelnd zu dem Grafen Nieman

wendend, welcher, da er einmal dazu verdammt war, ein müßiger aufgeſch

und unthätiger Zuſchauer dieſer Scene zu ſein, ſich in eine Fenſter pi

niſche zurückgezogen und von dort aus dem Geſpräch zugehört hatte. noſſen d

Erlauben Sie, Herr Graf, daß der Polizeidirector hier herauf das iſt

komme und Ihnen ſelber rapportire? fragte Thugut. und iht

Ich bitte Sie darum, Excellenz, ſagte der Graf, indem er zu Lollve

de Miniſtor ²* dem Miniſter trat. 3 gefuge Germain flog wieder in das Vorzimmer zu den harrenden Poliziſten. g J

Und wir? fragte Meiſter Wenzel kleinlaut. Leche

Ihr werdet warten! ſagte Thugut. Drückt Euch dort in jene Ecke, vielleicht ſieht Euch dann der Polizeidirector nicht!

. Sie zogen ſich bebend in die Ecke der Antichambre zurück und wagten nicht einmal, zuſammen zu flüſtern, nur die Blicke, die ſie miteinander wechſelten, verriethen ihren Schrecken.

Die beiden Miniſter waren indeß in die Antichambre getreten und, den Polizeidirector erwartend, unterhielten ſie ſich leiſe mit einander.

Jetzt zeigte ſich auf dem Corridor die breite, ſtolze Figur des Polizeidirectors in ſeiner ganz Wien bekannten Amtstracht, welche die Geſichter der armen Aufrührer nur noch bleicher machte und ihr Herz mit den ſchlimmſten Beängſtigungen erfüllte.