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mich erſt mein Frühſtück verzehren zu laſſen, ſagte Thugut, und er begann ſich wieder mit dem Hühnerflügel auf dem Teller zu be⸗ ſchäftigen.
Eine lange Pauſe trat ein. In peinlichſter Verlegenheit ſtanden die Männer an' der Thür, wo der Blick des Miniſters ſie gebannt hatte, und eine unheimliche Furcht vor dem Ausgang dieſer Scene bemächtigte ſich ihrer Gemüther. Mehr als es blanke Schwerter und auf ſie gerichtete Flintenläufe vermocht hätten, fühlten ſie ſich geäng⸗ ſtigt von dem Anblick der ruhigen, ſtolzen und ernſten Geſtalt des Miniſters, und ſeine unbekümmerte Sorgloſigkeit, das Gefühl voll⸗ kommener Sicherheit, mit welchem er einem drohenden Volkshaufen gegenüber ſein Frückſtück verzehrte, machte die Aufrührer um die Sicher⸗ heit ihrer eigenen Perſon ängſtlich.
Gewiß hat er hier in ſeinem Hötel immer eine Menge Soldaten und Poliziſten verſteckt, dachte Meiſter Wenzel, und darum hat er uns eintreten laſſen und darum iſt er auch ſo ruhig und unbeſorgt, und wenn wir hier in den Saal getreten ſind, werden die Kerls mit den goldenen Treſſen hinter uns die Thür zuſchnappen und aus der Thür da drüben werden dann die Soldaten hervorſtürzen, um uns feſtzunehmen.
Eben, wie er dies dachte, traf ihn ein ernſter, kalter Blick des Miniſters und machte ihn vom Wirbel bis zur Zehe erbeben.
Jetzt, wenn es den Herren gefällig iſt, treten Sie ein, mein Frühſtück iſt beendet, ſagte Baron Thugut gelaſſen. Ich bin ganz bereit und geſpannt, zu hören, was Sie mir ſagen können! Treten Sie alſo ein.
Die Männer, welche hinter Meiſter Wenzel ſtanden, ſchoben ſich vorwärts, aber die lange, herculiſche Geſtalt des ehrwürdigen Meiſters von der Schneider⸗Innung leiſtete ihnen Widerſtand und nöthigte ſie, ſtill zu ſtehen.
Nein, halten zu Gnaden, Ercellenz, ſagte Herr Wenzel, feſt ent⸗ ſchloſſen, die Schwelle des Saals nicht zu überſchreiten, es würde ſich für uns arme Leute wenig ſchicken, in den hochfreiherrlichen Speiſeſaal einzutreten. Unſer Platz iſt im Vorzimmer und da wollen wir warten, bis Ew. Gnaden ſich herablaſſen wollen, uns einen Augenblick anzuhören.


