Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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Die Schreckensbotſchaften.

Garz 2 Wien war wie von Entſetzen gelähmt, eine tiefe Trauer lag auf allen Gemüthern, und die Kraft der Tapferſten ſchien gebrochen. Couriere waren heute aus dem Lager der öſterreichiſchen Armee ange⸗ kommen und hatten die Schreckenskunde von einer Niederlage des Heeres gebracht. Bonaparte, der junge General der franzöſiſchen Republik, der in dem Einen Jahre 1790 ſo viele Schlachten und ſo vielen Ruhm gewonnen, wie mancher große und berühmte Feldherr nur im Laufe eines ganzen thatenreichen Lebens, Bonaparte war mit ſeinen Heerescolonnen über die italiſchen Alpen herniedergeſtiegen, und vor ihm her flohen die Generäle und Feldherren der Oeſterreicher. Der Sieger von Lodi und Arcole hatte neue Siege erfochten, und dieſe Siege brachten ihn immer drohender und gefahrvoller der Haupt⸗ ſtadt Oeſterreichs näher.

Der Erzherzog Carl war von Maſſena geſchlagen und nach Villach zurückgedrängt worden, Bernadotte war bis Laibach vorgedrungen, die Kaſtelle von Görtz, Trieſt und Laibach hatten ſich ergeben, Klagenfurt hatte nach hartnäckigem Kampfe den Siegern ſeine Thore öffnen müſſen, Loudon war mit ſeinen tapfern Schaaren in Tyrol auseinandergeſprengt, Botzen hatte dem General Joubert ſeine Thore geöffnet, der es nach kurzem Verweilen verließ, um ſich mit Bonaparte zu vereinigen, mit Bonaparte, der in unaufhaltſamem Siegeslauf vorrückte nach Wien.

Das waren die Nachrichten, welche die Couriere gebracht, und welche wohl geeignet waren, einen paniſchen Schrecken in der öſter⸗ 1*