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farblos, ihre Stirn war umwölkt, aber ihr Auge war trocken und kalt; man ſah, es war nicht die Rührung und die Freude, ſondern ein Gefühl des Aergers und der enttäuſchten Erwartung, welches ſie bewegte.
Weltheim betrachtete ſie mit einem kalten, prü⸗ fenden Blick, der indeſſen einen ſpottenden und ver⸗ ächtlichen Ausdruck annahm, als er ihn auf den bräutlichen Myrtenkranz heftete.
Eudora ſah es und erröthete tief.
Weltheim berührte den Kranz mit ſeiner Rechten und hob den Schleier prüfend in die Höhe. Und mit dieſer Lüge wollen Sie vor den Altar treten? fragte er. Welch ein Recht haben Sie, einen Schleier zu tragen und wie können Sie ſich die Ehre anmaßen, ſich mit einem jungfräulichen Kranz zu ſchmücken? Die Ehre! ſagte ſie hochmüthig und ſpottend. Ich trage ihn, weil es einmal ſo die Sitte iſt! Sitte! Was haben Sie mit der Sitte gemein? Sie tragen ihn, um die Lüge Ihres Lebens weiter zu führen, um hier, wie überall, den Schein zu retten! Aber ſehen Sie, ſtolze Ariſtokratin, Sie wollen mit der Bäuerin die Ehre theilen und wie dieſe, halten Sie es für eine Ehre, einen Myrtenkranz tragen zu dür⸗ fen! Ah, einen Myrtenkranz für meine jungfräuliche
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