Teil eines Werkes 
2. Band (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

345

Grafentitel und ein Adelsdiplom anzunehmen, und

daß Ihr mich dennoch in Euren Reihen dulden müßt, Ihr ſtolzen und übermüthigen Ariſtokraten, das meine Rache ſein!

Nun denn, ſeufzte der Prinz, Sie ſollen Ihren Willen haben. Aber Sie werden ſich mindeſtens nicht ſträuben, Titel und Orden anzunehmen! Außerdem ſollen Sie Geſandter werden! Setzen wir die Ver⸗ mählung in vier Wochen feſt, in vier Wochen ſollen Sie Geſandter ſein!

Vier Wochen ſpäter trat Alexander Weltheim im feſtlichen Anzug in das Zimmer der Comteſſe Eudora. Unten vor dem Hauſe hielt der Staatswagen, welchen der Prinz ihm zum Hochzeitsgeſchenk gegeben und in welchem er eben mit ſeiner Braut zur Trauung in den Dom fahren wollte. Dort erwartete ſie der Prinz, während die Gräfin Schwanenkamp, um jedes Zu⸗ ſammentreffen mit dem treuloſen Prinzen zu vermeiden, eine Krankheit vorgeſchützt hatte, um in ihren Ge⸗ mächern zu bleiben.

Eudora trat ihrem Verlobten im feſtlichen Braut⸗ ſchmuck entgegen. Ein weißes Atlasgewand umhüllte ihre Geſtalt, ein langer, koſtbarer Blondenſchleier fiel von ihrem Haupt hernieder, auf welchem ein voller, köſtlicher Myrtenkranz prangte. Sie war bleich und

*