mag ſie ſterben und verderben, es kümmert mich nicht!—
Aber Ihr Kind? fragte der Prinz leiſe und ſchaudernd. Denken Sie nicht an dieſes Kind, wel⸗ ches ſie unter dem Herzen trägt und welches das Ihre iſt? Wollen Sie dieſes ungeborene, ſchuldloſe Weſen ſchon verdammen und verwünſchen, und es dem Elend und der Schande preisgeben, wollen Sie es dazu verurtheilen, einſt ſeinem Vater zu fluchen, der ihm in finſterm Haß das Leben gegeben? Ach, ich leſe in Ihren Mienen, daß Sie gerührt ſind! Sie ſind alſo doch nicht ganz entartet, ganz gefühllos. Nun denn, bei Ihrem Kinde fordere ich Sie auf: Heirathen Sie die Mutter Ihres Kindes!
Weltheim war bleich geworden; ſeine vorher ſo flammenden Blicke hatten jetzt einen feuchten, milden Schimmer,— eine ganz neue Saite war in ſeinem Herzen angeſchlagen, eine ganz neue Gefühlswelt hatte ſich ihm aufgethan und ſein Herz erbebte in nie gekannten Schauern.
Mein Kind! Mein Kind! murmelte er leiſe. Was iſt denn dies, was ſich plötzlich in meinem Herzen regt und mich wider meinen Willen weich macht?
Es iſt die Natur, ſagte der Prinz, die Natur, welche Sie ruft und Ihnen neue Pflichten auferlegt.


