wußte überdies, daß er der beſondere Protegé des Prinzen Aurelio ſei, und daß die junge, neugeſchaffene Baronin Elmenhöh ihn laut vor aller Welt ihren erſten Freund und Rathgeber zu nennen pflege. Er war daher ein ſehr wichtiger und ſehr einflußreicher Mann, dem man mit der größten Rückſicht, der größten Zu⸗ vorkommenheit zu begegnen hatte, um ſo mehr, da man ſich heimlich in's Ohr raunte, der junge Lega⸗ tions⸗Rath werde ſehr bald eine noch einflußreichere Stelle bekleiden.
Seit einigen Tagen hatte der junge Legations⸗ Rath ſeine Zimmer nicht verlaſſen, und weder auf der Promenade, noch in den Salons der vornehmen Welt hatte man ſeine elegante und ſchöne Geſtalt zu be⸗ merken Gelegenheit gehabt.
Er war krank und hütete das Zimmer. Indeſſen ſchien ſeine Krankheit nicht ſehr ernſthafter Art zu ſein, denn ſie nöthigte ihn weder im Bett zu bleiben, noch hatte ſie ſeinem Antlitze die Friſche und Kraft, ſeinem Auge den Glanz und das Feuer genommen.
Er befand ſich in einem eben ſo eleganten als prachtvollen Negligs in ſeinem Arbeitszimmer und hatte ſo eben ſeinem Diener befohlen, ihn vor Jeder⸗ mann zu verleugnen, als eine Equipage mit großem
Geräuſch vor dem Hauſe anhielt.


